Anläßlich des 80. Jahrestages der Ermordung von sieben Antifaschisten am 27. März 1945 am Hutholz legten über 50 Bürgerinnen und Bürger aus Neukirchen und Chemnitz am Denkmal Blumen nieder.
In bewegende Reden wurde der Mut zum Widerstand gegen das faschistische Regime hervorgehoben und zugleich appelliert, dass alles dafür getan werden muss, um eine Wiederholung der Verbrechen des 1000 jährigen Reiches auszuschließen. Das erfordert das Engagement jedes Einzelnen.
Zustimmung fanden Forderungen, vielfältige Anstrengungen zu unternehmen, damit Frieden durch diplomatische Aktivitäten erreicht und keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete mehr erfolgen.
Nahe Kiews liegt das tief eingeschnittenen Tal Babyn Jar (ukrainisch Бабин Яр) oder Babi Jar (russisch Бабий Яр) Babi Jar(russisch Бабий Яр).
Die 2,5 Kilometer lange und bis zu 30 Meter tiefe Schlucht ist ein Nebental des einstigen Dneprzuflusses Potschajna.
Am 29. und 30. September 1941, wüteten Einsatzgruppen der deutschen Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes(SD) im "Russlandfeldzug" zur Vernichtung der Sowjetunion und ermordeten über 33.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer. Angehörige des Heeres der faschistischen Wehrmacht, die das größte einzelne Massaker an Juden im Zweiten Weltkrieg aktiv mit vorantrieben, waren an dem Kriegsverbrechen beteiligt. Planung und Ausführung der Vernichtungsaktion erfolgten in der Verantwortung des SD und in enger Zusammenarbeit mit der 6. Armee unter Generalfeldmarschall von Reichenau.
Die jüdische Bevölkerung Kiews, die bei Kriegsbeginn 220.000 Menschen zählte, war zum großen Teil vor dem Einmarsch der Wehrmacht geflüchtet oder diente in der Roten Armee.
Hans von Obstfelder, General des 29. Armeekorps, das der 6. Armee unterstand, stellte Kiew unter Besatzungsrecht und ernannte den Chef der Feldkommandantur 195, Generalmajor Kurt Eberhard , zum Stadtkommandanten. Kurz nach der Eroberung von Kiew führten innerstädtische Explosionen in der Stadt zur Vernichtung hunderter Wehrmachtsangehöriger. Am 27. September fand im Stab von Generalmajors Kurt Eberhard eine Besprechung statt, wo die Ermordung der Kiewer Juden unter dem Deckmantel einer "Evakuierungsaktion" beschlossen wurde. Teilnehmer waren u.a. Friedrich Jeckel(bekannt durch das Massaker von Kamenez-Podolsk), SS-Brigadeführer Otto Rasch(Befehlshaber der Einsatzgruppe C) sowie SS-Standartenführer Paul Blobel(Befehlshaber des Sonderkommandos 4a).
Am 28. September 1941 wurden Bekanntmachungen über eine Evakuierung an die Kiewer Juden herausgegeben. "Sämtliche Juden der Stadt Kiew und Umgebung haben sich am Montag, dem 29. September bis 8 Uhr Ecke der Melnykowa- /Doktoriwski-Straße einzufinden. Mitzunehmen sind Dokumente, Geld und Wertsachen, sowie warme Bekleidung, Wäsche, usw. Wer dieser Aufforderung nicht nachkommt und anderweitig angetroffen wird, wird erschossen." Dem Aufruf folgten mehr Juden als erwartet und diese wurden in Gruppen aus der Stadt zur Schlucht geführt und durch Maschinengewehr- und Maschinenpistolenfeuer erschossen. Dabei wurden am 29. und 30. September 1941 innerhalb von 36 Stunden 33.771 jüdische Kinder, Frauen und Männer ermordet.
Eine der wenigen Überlebenden, Dina Pronitschewa, schildert das Grauen so: „Sie mussten sich bäuchlings auf die Leichen der Ermordeten legen und auf die Schüsse warten, die von oben kamen. Dann kam die nächste Gruppe. 36 Stunden lang kamen Juden und starben. Vielleicht waren die Menschen im Sterben und im Tod gleich, aber jeder war anders bis zum letzten Moment, jeder hatte andere Gedanken und Vorahnungen, bis alles klar war, und dann wurde alles schwarz. Manche Menschen starben mit dem Gedanken an andere, wie die Mutter der schönen fünfzehnjährigen Sara, die bat, gemeinsam mit ihrer Tochter erschossen zu werden. Hier war selbst zum Schluss noch eine Sorge: Wenn sie sah, wie ihre Tochter erschossen wurde, würde sie nicht mehr sehen, wie sie vergewaltigt wurde. Eine nackte Mutter verbrachte ihre letzten Augenblicke damit, ihrem Säugling die Brust zu geben. Als das Baby lebendig in die Schlucht geworfen wurde, sprang sie hinterher.“
SS-Obersturmführer August Häfner berichtete über die Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und SS: „Wir mußten die Drecksarbeit machen". Generalmajor Kurt Eberhard sagte: ‚Schießen müsst ihr!‘“. Generalfeldmarschall Walter von Reichenau forcierte die Aktion persönlich, wie aus einem Bericht der SS nach Berlin hervorgeht: „Wehrmacht begrüßt Maßnahmen und erbittet radikales Vorgehen“.An der Aktion waren weiterhin auch Angehörige des Polizeiregiments Süd der Ordnungspolizei, der Geheimen Feldpolizei und ukrainische Hilfspolizisten sowie beteiligt. Die Wehrmacht leistete mehr als nur logistische Hilfe, indem sie die Stadt und den Erschießungsort absicherte. Nach dem Morden sprengten Pioniere zur Spurenbeseitigung die Ränder der Schlucht. Dabei wurden angeschossene Opfer lebendig begraben.
Bis zur Einnahme Kiews durch die Rote Armee im November 1943 fanden weitere Massenerschießungen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet von Kiew statt, bei denen sowjetische Kriegsgefangene und Zivilisten unterschiedlicher Nationalitäten getötet wurden. Die Anzahl der Opfer liegt unterschiedlichen Schätzungen zufolge bei insgesamt zwischen 150.000 und 200.000.
SS-Standartenführer Paul Blobel wurde wegen Mordes an 60.000 Personen, darunter der Opfer von Babyn Jar, zum Tode verurteilt und am 7. Juni 1951 in Landsberg gehängt. Im Jahr 1968 wurden weitere acht Mitglieder des Sonderkommandos 4a im Callsen-Prozess (SS-Führer Kuno Callsen war der Verbindungsoffizier Blobels zum Armeeoberkommando 6) zu langen Haftstrafen verurteilt. Generalfeldmarschall Walter von Reichenau war 1942 an einem Schlaganfall gestorben; Generalmajor Kurt Eberhard verübte 1947 in US-Internierungshaft Suizid. Im August 1971 wurde der Polizeimajor und SS-Sturmbannführer Kreuzer als Mittäter bei 40.000 fachen Mord für schuldig befunden und zu sieben Jahren Haft wegen Beihilfe zum Massenmord von Babyn Jar verurteilt. Darüber hinaus war er laut Urteil an den Morden von Berdytschiw, Chorol, Slawuta, Schepetowka, Sudylkow und Winniza.
Keiner der Offiziere der Wehrmacht, die sich an Vorbereitung, Durchführung oder Vertuschung des Massakers beteiligt hatten, musste sich jemals vor Gericht verantworten.
Die herzlichsten Glückwünsche an alle Frauen und Mädchen sowie Dank und Anerkennung für ihren persönlichen Einsatz sowie Leistungen in allen Bereichen…
Vom 6. Februar bis zum 11. April 1945 flogen über 2.800 amerikanische und britische Bombenflugzeuge Angriffe auf Chemnitz und warfen über 7.700 Tonnen…
Im Jahr 1925 kam Justin Sonder in Chemnitz zur Welt. Schon als Kind erlebte er Antisemitismus in der Schule, ab 1938 muss er den Zusatznamen Israel…
Wie konnte es zu den millionenfachen, furchtbare Verbrechen kommen, die durch Deutsche, internationale Faschisten und Kollaborateure europaweit…
Sehr geehrte Damen und Herren,
Im Anhang finden Sie eine Pressemitteilung der Gedenkstätte Buchenwald Dora mit einer Erklärung des Internationalen…
Im von Deutschen besetzten Polen wurde Anfang 1942 in Sobibor, im heutigen Dreiländereck zu Belarus und Ukraine, das Vernichtungslager errichtet.…
Tschechoslowakische Widerstandskämpfer verübten am 27. Mai 1942 ein erfolgreiches Attentat auf Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes. Die faschistischen Besatzer reagierten mit massiven Vergeltungsmaßnahmen.
Am Abend des 9. Juni 1942 umstellten deutsche Polizeikräfte den Ort. Alle 172 Männer, die älter als 15 Jahre waren, wurden am Morgen des 10. Juni erschossen, 195 Frauen wurden, nachdem sie in einer Turnhalle in Kladno von den Kindern getrennt worden waren, in das KZ Ravensbrück deportiert, wo 52 von ihnen ermordet wurden. Sechs Schwangere wurden nach Prag gebracht, nach der Entbindung von ihren Neugeborenen getrennt und ebenfalls ins KZ Ravensbrück deportiert. Lidice wurde in Brand gesteckt, gesprengt und dann eingeebnet.
Nach der Trennung von ihren Müttern wurden die Kinder in ein Lager nach Litzmannstadt verbracht. 82 Kinder wurden vergast sowie sieben zwecks Germanisierung in ein Lebensborn-Heim gesteckt.
Zur Erinnerung und Mahnung wurde eine Bronzegruppe mit den Abbildern der 82 Kinder von der Bildhauerin Marie Uchytilová geschaffen.
Für den Erhalt und einer notwendigen Restaurierung des Denkmals werden Spenden eingeworben.
Post aus Lidice(Auszug):
Wir freuen uns stets über Unterstützung und sind sehr dankbar, wenn Sie unser Vorhaben, das Kinderdenkmal zu restaurieren finanziell unterstützen. Wir haben auch einen Bankaccount bei der Česká národní banka, wo Gelder auch in Euro überwiesen werden können:
Pamatnik Lidice
IBAN: CZ96 0710 0000 0000 0133 4141
BIC: CNBACZPP
Kinderdenkmal
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Mit herzlichen Grüßen
Eduard Stehlík
PhDr. Eduard Stehlík, Ph.D., MBA
Direktor
Am 5. März jährt sich zum 80. Mal die Bombardierung und Zerstörung von Chemnitz im Zweiten Weltkrieg. Der diesjährige 24. Chemnitzer Friedenstag nimmt dieses Ereignis zum Anlass, um an die Opfer des Krieges zu erinnern und gleichzeitig ein starkes Zeichen für Frieden, Demokratie und Weltoffenheit zu setzen. Zahlreiche Akteur:innen aus Chemnitz und der Umgebung gestalten den Friedenstag mit einem vielfältigen Programm.
Gedenkveranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen und Friedensgebete laden dazu ein, innezuhalten, die Schrecken des Krieges zu reflektieren und die Bedeutung von Frieden in der heutigen Zeit zu begreifen.
Dr. Hans Brenner und seine 50 Mitstreiter habe ein umfangreiches Werk über die Anfänge der Konzentrationslager in Sachsen vorgelegt. Die Neuerscheinung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wirft ein neues Licht auf die Zeit der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Sachsen. Zu den Themen zählen das System der Frühen Konzentrationslager von 1933 bis 1937 (mit mindestens 80 sächsischen Städten und Gemeinden), die politischen Prozesse gegen Gegner des NS-Systems, Opferschicksale aus den verschiedenen Verfolgten-Gruppen und die als Todesmärsche bezeichneten Evakuierungsmärsche aus Konzentrationslagern und deren Außenlagern ab Herbst/Winter 1944 über sächsisches Territorium. Mit einem umfangreichen Datenanhang und vier thematischen Karten liefert das Buch neuestes Forschungsmaterial für die sächsische Heimat- und Landesgeschichte. Brenner, Hans / Heidrich, Wolfgang / Müller, KlausDieter / Wendler, Dietmar (Hrsg.) NS-Terror und Verfolgung in Sachsen. Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden 2018, 624 S
Erinnerungnen von Richard Thiede (1906 - 1990) Herausgegeben von Gert Thiede Zu diesem Bericht Im Januar 1984, mit bereits 78 Jahren, hat mein Vater versucht, sein persönliches Leben schriftlich festzuhalten. Sein Ziel war es, die Erinnerungen einmal in einer Schrift zusammenzufassen und der Öffentlichkeit oder einem Museum zur Verfügung zu stellen. Dabei kam es ihm vor allem darauf an, die in Zeiten politischer Engstirnigkeit mancher Funktionäre, ihre abwertende und abweisende Einschätzung zum Wirken der Freien-Arbeiterunion-Deutschlands (FAUD) in der Betrachtung der Arbeiterbewegung richtig zu stellen. ....
"Tagebuch eines Kriegsgefangenen" von Jan Deremaux (Herausgeber: AKuBiZ e.V., Schössergasse 3, 01796 Pirna, www. akubiz.de) Das ursprüngliche Tagebuch aus den Niederlanden basiert auf Notizen auf losen Blättern. Während seines Aufenthaltes vom Februar bis April 1945 in Pirna hat Deremaux diese selbst zu einem Tagebuch zusammen getragen. Dem Tagebuch sind Texte vorangestellt die das Kriegsgefangenenwesen, die Kriegswirtschaft des Deutschen Reiches und das System der Zwangsarbeit sowie die spezifische Situation der niederländischen Kriegsgefangenen und die Geschichte der Burg Hohenstein beleuchten.(RB)