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Siegmund Rotstein wurde am 30. November 1925 in Chemnitz geboren und verstarb am 6. August 2020 in seiner Heimatstadt. Er war von 1988 bis 1990 Vorsitzender des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der DDR und Präsident des Internationalen Kuratoriums Neue Synagoge Berlin-Centrum Judaicum. Er war von 1966 bis 2006 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Chemnitz.
Mit dem Machtantritt der Faschisten wurde Rotstein wegen seiner jüdischen Herkunft ab 1935 vom Schwimmunterricht und den Exkursionen seiner Schule ausgeschlossen und im April 1938 der Schule verwiesen. Ab Juni 1938 konnte er wieder eine rein jüdische Schule besuchen, bis der Schulbesuch für alle jüdischen Schüler verboten wurde.
Als knapp 13-jähriger erlebte Rotstein die Pogromgewalt in Chemnitz am 9./10. November 1938. Er schrieb darüber einige Zeilen in einem Geleitwort eines kleinen Bandes zu der Berliner Ausstellung „Und lehrt sie: GEDÄCHTNIS!“, die 1988, im Jahr des 50. Jahrestags der Pogrome stattfand:
„Tief haben sich mir jene Ereignisse der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 für immer in mein Gedächtnis eingeprägt. An diese Novembertage meiner Kindheit denke ich mit Schrecken. In meiner Heimatstadt Chemnitz – dem heutigen Karl-Marx-Stadt – wurden, nachdem kurz zuvor über 300 jüdische Bürger polnischer Nationalität ausgewiesen worden waren, die Geschäfte jüdischer Inhaber zertrümmert; die 1899 geweihte Synagoge brannte und wurde Opfer der Flammen. Die Kosten für die Beseitigung der Trümmer hatte die Chemnitzer Jüdische Gemeinde zu tragen."
Bis 1941 verbrachte er in Havelberg, Hamburg und Ahrensdorf. Danach kam er bis April 1942 in einem Jugendhaus der Jüdischen Gemeinde Berlin unter, wo er verschiedene Arbeitsstellen annahm. Dann kehrte er wieder nach Chemnitz zurück, wo er Zwangsarbeit leisten musste."
Siegmund Rotstein wurde am 13. Februar 1945 in das Konzentrationslager Theresienstadt(Terezin) deportiert(ab 1941 wurde Theresienstadt zu einem Sammel- und Durchgangslager für Juden, vor allem aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, aber auch aus dem Deutschen Reich, Österreich und anderen besetzten Ländern).
Nach der Befreiung des KZ am 9. Mai 1945 kehrte er im Juni 1945 zusammen mit einer Schwester und seinem Bruder, als einer der wenigen überlebenden Chemnitzer Juden, in seine Heimatstadt zurück. Er absolvierte 1945 zunächst eine Schneiderlehre und arbeitete ab 1957 im Groß- und Einzelhandel, so in verantwortlicher Stellung im Kaufhaus „Schocken“ und dem späteren HO-Kaufhaus(Centrum-Warenhaus).
Er widmete sich neben seinem Beruf dem jüdischen Gemeindeleben in seiner Heimatstadt. Ab 1959 gehörte Rotstein dem Gemeindevorstand sowie dem Beirat des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der DDR an.
Bis 1990 war er Redakteur des Nachrichtenblattes des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in der DDR. Im August 1990 wurde er zum Vorsitzenden des Landesverbandes Sachsen-Thüringen gewählt und daraufhin Delegierter des Direktoriums des Zentralrates der Juden in Deutschland. Von 1999 bis 2001 fungierte er als Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden. Von 1966 bis 2006 war er Vorsitzender und ab 2007 Ehrenvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Karl-Marx-Stadt/Chemnitz.
Er engagierte sich bei der Integration von ca. 500 jüdischen Zuwanderern aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion in Chemnitz. In den Jahren 1990 bis 2001 widmete er sich als Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden der Lösung dieser Integrationsfragen auch in Leipzig und Dresden.
Siegmund Rotstein engagierte sich für den Bau einer neuen Synagoge in Chemnitz, die seit Mai 2002 das Zentrum des jüdischen Lebens in der Stadt ist.
Siegmund Rotstein starb am 6. August 2020 im Alter von 94 Jahren in Chemnitz.
Ehrungen:
Quellen/Literatur:
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Es gilt noch immer
(Erfolg im unermüdlichen Kampf - Arbeitskreis »Trier im Nationalsozialismus« der AG Frieden e. V.)
Vor 89 Jahren, am 1. Dezember 1936, fiel der Kommunist und Kämpfer für ein freies Spanien Hans Beimler bei Madrid. Dem Reichstagsabgeordneten und…
Tschechoslowakische Widerstandskämpfer verübten am 27. Mai 1942 ein erfolgreiches Attentat auf Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes. Die faschistischen Besatzer reagierten mit massiven Vergeltungsmaßnahmen.
Am Abend des 9. Juni 1942 umstellten deutsche Polizeikräfte den Ort. Alle 172 Männer, die älter als 15 Jahre waren, wurden am Morgen des 10. Juni erschossen, 195 Frauen wurden, nachdem sie in einer Turnhalle in Kladno von den Kindern getrennt worden waren, in das KZ Ravensbrück deportiert, wo 52 von ihnen ermordet wurden. Sechs Schwangere wurden nach Prag gebracht, nach der Entbindung von ihren Neugeborenen getrennt und ebenfalls ins KZ Ravensbrück deportiert. Lidice wurde in Brand gesteckt, gesprengt und dann eingeebnet.
Nach der Trennung von ihren Müttern wurden die Kinder in ein Lager nach Litzmannstadt verbracht. 82 Kinder wurden vergast sowie sieben zwecks Germanisierung in ein Lebensborn-Heim gesteckt.
Zur Erinnerung und Mahnung wurde eine Bronzegruppe mit den Abbildern der 82 Kinder von der Bildhauerin Marie Uchytilová geschaffen.
Für den Erhalt und einer notwendigen Restaurierung des Denkmals werden Spenden eingeworben.
Post aus Lidice(Auszug):
Wir freuen uns stets über Unterstützung und sind sehr dankbar, wenn Sie unser Vorhaben, das Kinderdenkmal zu restaurieren finanziell unterstützen. Wir haben auch einen Bankaccount bei der Česká národní banka, wo Gelder auch in Euro überwiesen werden können:
Pamatnik Lidice
IBAN: CZ96 0710 0000 0000 0133 4141
BIC: CNBACZPP
Kinderdenkmal
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Mit herzlichen Grüßen
Eduard Stehlík
PhDr. Eduard Stehlík, Ph.D., MBA
Chemnitz gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus Kranzniederlegung im Park der Opfer des Faschismus am 27. Januar, 10 Uhr Anlässlich des bundesweiten Gedenktags für [...]
MehrDr. Hans Brenner und seine 50 Mitstreiter haben ein umfangreiches Werk über die Anfänge der Konzentrationslager in Sachsen vorgelegt.
Die Neuerscheinung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wirft ein neues Licht auf die Zeit der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Sachsen. Zu den Themen zählen das System der Frühen Konzentrationslager von 1933 bis 1937 (mit mindestens 80 sächsischen Städten und Gemeinden), die politischen Prozesse gegen Gegner des NS-Systems, Opferschicksale aus den verschiedenen Verfolgten-Gruppen und die als Todesmärsche bezeichneten Evakuierungsmärsche aus Konzentrationslagern und deren Außenlagern ab Herbst/Winter 1944 über sächsisches Territorium.
Mit einem umfangreichen Datenanhang und vier thematischen Karten liefert das Buch neuestes Forschungsmaterial für die sächsische Heimat- und Landesgeschichte.
Brenner, Hans / Heidrich, Wolfgang / Müller, KlausDieter / Wendler, Dietmar (Hrsg.) NS-Terror und Verfolgung in Sachsen.
Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden 2018, 624 S

Erinnerungnen von Richard Thiede (1906 - 1990) Herausgegeben von Gert Thiede
Zu diesem Bericht Im Januar 1984, mit bereits 78 Jahren, hat mein Vater versucht, sein persönliches Leben schriftlich festzuhalten.
Sein Ziel war es, die Erinnerungen einmal in einer Schrift zusammenzufassen und der Öffentlichkeit oder einem Museum zur Verfügung zu stellen. Dabei kam es ihm vor allem darauf an, die in Zeiten politischer Engstirnigkeit mancher Funktionäre, ihre abwertende und abweisende Einschätzung zum Wirken der Freien-Arbeiterunion-Deutschlands (FAUD) in der Betrachtung der Arbeiterbewegung richtig zu stellen. ....

"Tagebuch eines Kriegsgefangenen" von Jan Deremaux (Herausgeber: AKuBiZ e.V., Schössergasse 3, 01796 Pirna, www. akubiz.de)
Das ursprüngliche Tagebuch aus den Niederlanden basiert auf Notizen auf losen Blättern. Während seines Aufenthaltes vom Februar bis April 1945 in Pirna hat Deremaux diese selbst zu einem Tagebuch zusammen getragen. Dem Tagebuch sind Texte vorangestellt die das Kriegsgefangenenwesen, die Kriegswirtschaft des Deutschen Reiches und das System der Zwangsarbeit sowie die spezifische Situation der niederländischen Kriegsgefangenen und die Geschichte der Burg Hohenstein beleuchten.(RB)

