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Rück- und Ausblick auf die Jahre 2025 bis 2026

8. Mai 2026 - Tag der Befreiung vom Faschismus in Chemnitz

Tag der Befreiung am authentischen Ort

Auch in diesem Jahr ermöglicht unser Verband allen Interessierten die Möglichkeit, den Tag der Befreiung zu begehen. Dieser historische Ort gehört zur Geschichte unserer Stadt, ist Ruhestätte für Angehörige der Roten Armee, die in und um Chemnitz gefallen sind oder an ihren Verwundungen verstarben. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sind hier bestattet, die in unsere Heimat verschleppt wurden und unter unmenschlichen Bedingungen gezwungen wurden, die deutsche Wirtschaft und Rüstungsproduktion aufrecht zu erhalten. Es finden sich auch über 100 Gräber von Kindern von Zwangsarbeiterinnen, die in Chemnitz geboren wurden und denen nur ein kurzes, oft leidvolles, Dasein beschieden war. Gedacht wird an diesem Ort Ernst Enge, der vermutlich hier begraben ist, der sich dem deutschen Faschismus nicht anschloß und bereit war, Widerstand zu leisten.

Wir begrüßen zur Gedenkstunde den 2. Sekretär der Russischen Botschaft aus Berlin.

Zum individuellen Gedenken wird der Friedhof am Tag des Sieges von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr offen gehalten.

Wir danken für die Unterstützung der Chemnitzer Friedensinitiative und Aktivisten des örtlichen BSW.

Dieser Ort ist Mahnmal und Friedhof, dies sei allen mit auf den Weg gegeben, die diesen Ort besuchen und das Wort ergreifen, um ihre Ansichten zum Tag der Befreiung darzulegen. Dabei sind hier im Tode vereint Angehörige verschiedener Völker der Sowjetunion, die für die Befreiung ihrer Heimat ihr Leben ließen. Zwangsläufig befreiten die Angehörigen der Armeen der Anti-Hitler-Koalition auch unsere Heimat, schufen die Grundlage für einen Neubeginn. Ein friedliches Deutschland sollte es sein, ein Land wie andere auch, nicht über und nicht unter anderen Völkern, so das Gebot der Stunde.

Um so erschreckender ist es, daß wenige Generationen später, von deutschem Boden erneut Säbelrasseln, der Wunsch nach militärischer Einmischung in die Weltpolitik zu vernehmen sind und Jugoslawien 1999 zeigte es, Krieg ausgeht.

So kurz werden die Erinnerungen weitergetragen, verklärt, verwässert, verändert, schlußendlich begraben und vergessen gemacht, damit sie nicht im Wege sind, nicht erinnert werden können, am Gewissen rühren, abrufbar sind, um Fragen zu stellen. Geschichtsunterricht als nebensächliches Fach mit fragwürdiger Methodik, trägt seinen Teil dazu bei, ebenso wie sogenannte künstliche Intelligenz und unbeherrschbare Verbreitung von Falschdarstellungen in den Medien – einschließlich Internet.

Uminterpretiert werden auch die Fakten zu Ursachen, Geschehen und Folgen in der Historie.

81 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges haben wir es also mit zugeschnittenen Debatten, verkürzten Darstellungen und zumindest Halbwahrheiten zu tun, wenn es darum geht aktuelle Konflikte und europäische, globale Interessenlagen zu beschreiben, zu erklären, zu begründen. Der Militarisierung, der Hochrüstung wird das Wort geredet unter fadenscheinigen Begründungen, keine der angestrebten Maßnahmen werden Sicherheit oder gar Frieden für unser Land oder die Welt bringen. Im Gegenteil, alles hat seinen Preis, soziale und kulturelle Verwerfungen im Land sowie Mißtrauen und Feindschaft nach Außen sind deren Folgen.

Wir wenden uns explizit gegen diese Maßnahmen der Politik nach außen und innen. Wir stehen zu der oft zitierten Losung: „Nie wieder ist heute!“ – doch entleeren wir deren Inhalt zum historischen Bezug, der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald, nicht; nie wieder heißt: Nie wieder Faschismus und heißt Nie wieder Krieg! Heißt auch, die Ursachen für diese zu bekämpfen. Dabei unterlassen wir es mit den Begriffen, Faschismus, Faschist und Nazi um uns zu werfen, wie es gerade paßt, denn auch das verwässert historische Fakten und ist oftmals für das Verstehen der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse hinderlich, schafft auch keinerlei Basis für Lösungsansätze. Brandmauern scheinen im aktuellen Politbetrieb wirkungslos. Wir wenden uns auch dagegen, Meinungsäußerungen zu unterbinden und Menschen aus Diskursen auszuschließen, ob von der angeblich politischen Linken, Rechten oder der vermeintlichen Meinungsmitte. Wir wenden uns gegen Antisemitismus und dagegen, diesen Begriff als politisches Totschlagsargument einzusetzen.

Wir lassen uns nicht aufstacheln im Sinne der alten Narrative Westdeutschlands zu Russenhaß und Vorbehalte gegen andere Völker und ihre gesellschaftliche Organisation. Wir messen nicht mit zweierlei Maß bei Völkerrecht und Menschenrecht, unterwerfen nicht unser Streben dem kapitalistischen Verwertungssystem. Wir halten den Krieg zwischen der Ukraine mit ihren Verbündeten und Russland für verheerend, verurteilen die Wirtschaftskriege und mahnen zu ernsthaften Friedensbemühungen aller Beteiligten. Und wir verurteilen das gewaltvolle Vorgehen der israelischen Regierung im Inland, die auf nationalistische Ansichten beruhenden Ausschreitungen auch gegenüber Christinnen und Christen - eben auch aus dem extremistisch verblendeten Teil der Bevölkerung und seiner Vertreter in der Administration - sowie im Bündnis mit den USA und über Militärhilfe mit anderen NATO-Staaten im Ausland.

Wir fordern Diplomatie und friedliche Koexistenz der Staaten und Völker auf unserer Erde, Respekt gegenüber Herkunft, Weltanschauung und Religion, den Erhalt der Natur und Sicherung der Lebensgrundlagen. Für alle Menschen ein Leben in Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, in sozialer Sicherheit.

Es hier zu fordern, nach mehr als 20 Jahren des durch uns organisierten Gedenkens am Tag der Befreiung auf dem Schenkenberg, noch ein Mal an diesem authentischen Ort, unsere Anliegen und Ansichten aus der Tradition des historischen Antifaschismus heraus begründet, in Kenntnis all seiner Irrwege, aber auch seiner Erfolge, halten wir für richtig, für notwendig. Die Generation, die die Geschichte erlebt hat, verläßt uns, in unserem Verband sind nur noch wenige Menschen organisiert, die aus eigenem Erleben über die Jahre des Nationalsozialismus berichten können, sie sind mit über 85 und 100 Jahren hochbetagt, sie geben uns den Rückhalt und einen Teil unserer Legitimation.

Dieser Ort läßt sich nicht umdeuten, nicht mißbrauchen, hier ist alles klar, keine Spielräume der Interpretation, alles ist beendet, hier liegen die Toten des letzten Krieges in unserer Heimat. Hier ist der Ort anschaulichen Geschichtsunterrichts, der Vermittlung der Vergangenheit.

Weitere historische Orte mahnen in unserer Stadt. Opfer des Krieges sind bestattet auf dem städtischen Friedhof auf dem auch die Kämpfer gegen den Faschismus und ihre Angehörigen ihre Gräber haben sowie auf den kleinen Friedhöfen der Ortsteile und Gemeinden, Menschen, die bei der Zerstörung unserer Stadt durch flächenmäßige britische und US-amerikanische Angriffe aus der Luft zu Tode kamen.

Die wiedererstanden Kriegerdenkmale regen zum Nachdenken an, wenn man das möchte, bereit ist dazu. Der verklärte propagierte Heldenmythos der Inschriften, ist in Frage zu stellen und doch befinden sich unter den Namen tatsächliche Kriegsopfer, sinnlos geopferte Bürger, geopfert Militarismus, Kadavergehorsam, Nationalismus, Faschismus und falschen Versprechungen eines besseren Daseins nach den Schlachten.

Andere Gedenkorte sind zudem Ausdruck unseres historischen Gedächtnisses.

So haben wir als einzige Stadt in der Bundesrepublik einen Gedenkort für unsere Bürgerinnen und Bürger, die vor 90 Jahren an der Seite des Spanischen Volkes standen, daß sich heldenhaft, verzweifelt gegen einen faschistischen Militärputsch, unterstützt durch Italien, Deutschland, Portugal und Finanzkräftige aus Europa zur Wehr setzte und schlußendlich verloren hat - den einzigen Gedenkort, der nach 1990 weiterentwickelt wurde und einen würdigen lokalen Bezug zur Geschichte erhielt. Wir erinnern heute auch an jene Männer und Frauen, die mit ihrem Einsatz versuchten, den bevorstehenden Weltkrieg zu verhindern.

Mit der Ausstellung im Kaßberg-Gefängnis ist es auch durch unsere unvoreingenommene Unterstützung, angebotene Forschungsarbeit und Zusammenarbeit gelungen, daß es seit Abwicklung der Gedenkstätten im „Kämpfer“ und dem Geburtshaus von Fritz Heckert, wieder einen Ort in der Stadt gibt, der an die Jahre 1933-1945, Widerstand und Verfolgung erinnert.

Es entstanden durch unsere Initiative oder wurden wiederaufgestellt in den letzten Jahren die Erinnerungsstätten im Hof des Spinnbaus, am Sitz des Regierungspräsidiums und vor dem Verwaltungsgebäude der Wismut.

Stolpersteine finden sich zu hunderten in den Chemnitzer Fußwegen. Publikationen sind erschienen u.a. zum Widerstand aus der jüdischen Bevölkerung unserer Heimat.

Und es gibt als jüngsten Ort der Erinnerung eine Bronzefigur, sitzend auf einer Bank auf dem Brühl. Unserem Freund, Kameraden, Überlebender der KZ Hellerberg bei Dresden, Auschwitz, Monowitz, Sachsenhausen und Flossenbürg, erfolgreichen Kriminalist, Chemnitzer-Friedenspreisträger, Ehemann, Familienvater, Feinschmecker, Weinliebhaber, humorvollen Optimisten und späten Ehrenbürger unserer Stadt, Justin Sonder gewidmet. An diesen Ort der Erinnerung laden heute der Oberbürgermeister und Vertreter der Politik ein, den 8. Mai im Sinne eines Europatages zu begehen, unter ihnen die Generalkonsulin der USA in Sachsen, die sich für die Einladung zu unserer Veranstaltung bedankte und entschuldigen ließ. So löblich und richtig verbindende Veranstaltungen, im Sinne eines friedlichen, lebenswerten europäischen Kontinents der Menschen sind, so bleibt doch ein fader Beigeschmack ausgerechnet am Tag der Befreiung, diesen historischen Ort, an dem wir uns versammeln zu meiden und von offizieller Seite der lokalen Administration nicht in das historische Gedächtnis der Stadt zu integrieren, den Toten die Ehre zu erweisen. Justin Sonder wäre, wie alle Jahre unter uns auf dem Richterweg.

Trotzdem wünschen wir auch dieser Veranstaltung gutes Gelingen und aktive interessierte Gäste, die den Kern des dortigen eigentlichen Anliegens weitertragen. Und wir wünschen uns, daß sie mit den Schülerinnen und Schülern in Austausch, in Kontakt kommen, die heute auf dem Theaterplatz erneut gegen die Wehrpflicht demonstrieren.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

Zum Schluß sei mir noch ein persönlicher Wunsch gestattet, ein kurzes persönliches Wort. Als Bürger der Stadt und Bürger im Stadtrat wünsche ich mir einen kulturellen Austausch mit Menschen und Organisationen unserer Partnerstadt Wolgograd. Ich lade Sie, Herr Aleksej Skosyrev dazu ein, daß wir ganz konkret dazu den Kontakt aufnehmen.

Enrico Hilbert

Vorsitzender der VVN Chemnitz

Gemeinsames erinnern, gedenken und feiern

Am 8. und 9. Mai besuchten über 500 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, ganze Familie, den Chemnitzer sowjetischen Friedhof und legten Blumen am Ehrenmal für die gefallen Soldaten und Opfer des deutschen Faschismus nieder. 

Sie folgten der Einladung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten Chemnitz. Von den Eingeladenen Botschaften der ehemaligen Alliierten kam der Vertreter der Russischen Föderation.

Über vielfältige Nationengrenzen hinweg und fern aller Ideologie trafen sich die Menschen zum Gedenken an die Toten des 2. Weltkrieges und erinnerten an den hohen Blutzoll, den die Sowjetunion für die Befreiung Europas gezahlt hat. In tiefer Verbundenheit wurde gemeinsam über gefallene Familienmitglieder gesprochen und der Hoffnung auf Frieden Ausdruck verliehen. Es wurden Lieder gesungen und insbesondere erklang gemeinsam Katjuscha (Катюша). 

Die Stadt Chemnitz führte am 8. Mai eine Gedenkstunde zum Tag der Befreiung vom Faschismus an der Gedenkbank für den ehemaligen KZ-Häftling Justin Sonder auf dem Brühl durch.

Raimon Brete

Immer im Herzen - Tag der Befreiung vom Faschismus

Wir feiern in tiefer Verbunden- und Dankbarkeit mit den Nachkommen der Völker der Sowjetunion den 8.Mai als den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus.

Über 60 Millionen Menschen starben infolge deutschen Größenwahns und Herrenmenschen- und Mittätertums, darunter 27 Millionen Tote sowjetische Bürgerinnen und Bürger und 6 Millionen Juden.

Vor allem und im Besonderen kämpften Soldatinnen und Soldaten der Roten Armee sowie Partisanen in Europa aufopferungs- und verlustreich für unsere Freiheit sowie Überleben und beendeten im Rahmen der Antihitlerkoalitionen von den Faschisten systematisch organisierten staatlichen Völkermord. Es war das bedingungslose Ende eines  beispiellosen Vernichtungskrieges gegen die von den Faschisten als "minderwertig" eingestuften slawische Bevölkerung und der "bolschewistisch und jüdisch dämonisierten" Bevölkerung. Die Vernichtung des Bolschewismus war somit nicht nur ein militärisches, sondern ein rassenideologisches Kernziel des Faschismus, das in dem verheerenden Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 gipfelte.

Um immer an die Gefallenen und Opfer würdig und nachhaltig zu erinnern und unsere Freiheit vom faschistischen Joch zu feiern, sollte der 8. Mai als europaweiter staatlicher Gedenk- und Feiertag begangen werden und die Denkmäler sowie Erinnerungsstätten erhalten werden.

 

In ehrendem und immerwährendem Gedenken

2. Geburtstag von Justin Sonder - an der Justin-Sonder-Bank

Justin-Sonder-Bank am 23. April 2026
Justin-Sonder-Bank am 23. April 2026 mit Frau Diettrich
Justin-Sonder-Bank am 23. April 2026 mit Enrico Hilbert
Justin-Sonder-Bank am 23. April 2026 mit Hannelore Wagner
Frank Diettrich Justin-Sonder-Bank 2. Geburtstag 23. April 2026
Vorstand von VVN BdA Chemnitz am 23. April 2026 mit Mikola Borovyk
Justin Sonder in den 2020er Jahren in seiner Wohnung auf dem Kassberg
Justin Sonder in der Seniorenresidenz
Justin Sonder im Gespräch mit Christian Wulff

Der 2. Geburtstag des Justin Sonder

Am 23.April 1945 waren die Häftlinge eines "Todesmarsches" des KZ Flossenbürg in einer Scheune bei Wetterfeld im Bayern zusammengefercht. Noch unter Bewachung der SS wagten sie den Ausbruch ins Freie, als sie Geräusche schweren Kriegsgeräts, Rasseln von Panzerketten hörten und durch Ritzen im Holzverschlag eindeutig Sterne auf den Fahrzeugen wahrgenommen hatten. Ein Tag der Befreiung und ab diesem Jahr Justins zweiter Geburtstag, den er Zeit seines Lebens feierte und an den wir jährlich erinnern. Auch in diesem Jahr haben wir gefeiert. Der Brühl stand in Blütenbracht und es fanden sich Chemnitzerinnen und Chemnitzer, Freunde unseres Kameraden, um dieses Datum gemeinsam bei Kaffee und Kuchen zu begehen. Begrüßen konnten wir auch Mykola Borovyk den wissenschaftlichen Mitarbeiter der Stadt Frankennberg, der mit dem Aufbau der Gedenkstätte für das KZ Sachsenburg betraut ist sowie den Sohn von Max Brudner. Hermanns Vater, Kommunist aus Chemnitz, war Kapo im KZ Auschwitz und hatte Justin im Lager entscheidend begleitet uns somit zu seinem Überleben beigetragen.

Enrico Hilbert

Hans Brenner bei der Buchvorstellung im April 2018

Hans Brenner ist tot

Ehrenpreisträger, Historiker und Kämpfer gegen den Faschismus

Lieber Hans,

ich erinnere mich noch ziemlich genau an unser erstes Treffen in Chemnitz. Wir kannten uns nicht, ich der junge stellvertretender Vorsitzender des VVN, Du der alte Historiker aus Zschopau. Respekt einflösend war Dein Auftreten, Deine Sprache voll Kraft, Ziele klar formulierend, sicher, daß Du alles erreichen wirst, was Du Dir vorgenommen hattest. Ein Projekt, daß mit Wahnsinn hätte umschrieben werden können, für Dich eine einfache Notwendigkeit. Der Historische Atlas für unser Sachsen für die NS-Zeit mußte einfach ehrenamtlich entstehen, weil der Staat versagte. Wir trugen das Anliegen gemeinsam vor und die Hände wurden über dem Kopf zusammengeschlagen. Wenige Wochen später waren die Hände rührig, lagen nicht im Schoß und Deine Arbeitsgruppe stand Dir zur Seite, viele Jahre akribisch. Euer Werk ist Hinterlassenschaft für Generationen, damit Nichts in Vergessenheit gerät.

So blieben wir in Verbindung, gemeinsame Projekte wurden in die Tat umgesetzt, Astra-Gedenken – Todesmärsche – Frühe KZ – Gedenkort Lager-Landgraf...alles Dein und unser Verdienst. Tag und am Abend spät konnte ich Dich erreichen, nachfragen, hinterfragen, Deine liebe Frau zunächst am Telefon, stets eine herzliche Begrüßung und ein echtes Fragen, nach Gesundheit und Befinden. Deine Vorträge fesselten Zuhörer aller Generationen, denn Du hattest aus eigenem Erleben berichten können, eigener Wandel und konsequentes Handeln und Umdenken bestimmten den Start nach dem Faschismus in den Du hineingewachsen warst, Elite-Schüler einer NAPOLA, Soldat. Glaubwürdigkeit zeichnete Dich aus und Humor bei aller schwere der Themen Deiner Agenda.

Ich erinnere mich gern zurück, wenn es Gelegenheit gegeben hatte, euch gemeinsam zu treffen, unter Freunden zu sein, mit Rainer, Dietmar und Justin, Deine Frau bereicherte jede Unterhaltung.

Die Ehrungen für Deine Werke kamen spät, Du hast sie nicht gebraucht und doch waren sie wichtig, Dein Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen.
 

Hab Dank für Alles. Wir machen weiter, Du bist stets dabei und Deine Frau natürlich, wir werden von euch berichten, wenn wir von unserer Arbeit erzählen, die ohne euch, so nicht möglich gewesen wäre.
Enrico

Chemnitz, den 20. April 2026

 

Neueste Nachrichten

Kinderdenkmal in Lidicé braucht unsere Unterstützung

Tschechoslowakische Widerstandskämpfer verübten am 27. Mai 1942 ein erfolgreiches Attentat auf Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes. Die faschistischen Besatzer reagierten mit massiven Vergeltungsmaßnahmen.

Am Abend des 9. Juni 1942 umstellten deutsche Polizeikräfte den Ort. Alle 172 Männer, die älter als 15 Jahre waren, wurden am Morgen des 10. Juni erschossen, 195 Frauen wurden, nachdem sie in einer Turnhalle in Kladno von den Kindern getrennt worden waren, in das KZ Ravensbrück deportiert, wo 52 von ihnen ermordet wurden. Sechs Schwangere wurden nach Prag gebracht, nach der Entbindung von ihren Neugeborenen getrennt und ebenfalls ins KZ Ravensbrück deportiert. Lidice wurde in Brand gesteckt, gesprengt und dann eingeebnet.

Nach der Trennung von ihren Müttern wurden die Kinder in ein Lager nach Litzmannstadt verbracht.  82 Kinder wurden vergast sowie sieben zwecks Germanisierung in ein Lebensborn-Heim gesteckt.

Zur Erinnerung und Mahnung wurde eine Bronzegruppe mit den Abbildern der 82 Kinder von der Bildhauerin Marie Uchytilová geschaffen.

Für den Erhalt und einer notwendigen Restaurierung  des Denkmals werden Spenden eingeworben.

Post aus Lidice(Auszug): 

Wir freuen uns stets über Unterstützung und sind sehr dankbar, wenn Sie unser Vorhaben, das Kinderdenkmal zu restaurieren finanziell unterstützen. Wir haben auch einen Bankaccount bei der Česká národní banka, wo Gelder auch in Euro überwiesen werden können:

Pamatnik Lidice

IBAN: CZ96 0710 0000 0000 0133 4141

BIC: CNBACZPP

Kinderdenkmal

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit herzlichen Grüßen

Eduard Stehlík

PhDr. Eduard Stehlík, Ph.D., MBA

Unsere Termine

Sachsenburger Dialog

06.06.2026 12:00 - 19:00

93. Jahrestag des ersten Lagerappells
im Konzentrationslager Sachsenburg
6. und 7. Juni 2026
Gelände des früheren KZ Sachsenburg
An der Zschopau 1, 09669 Frankenberg

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Die Webmaster Kolumne

Der Kampf gegen den Islamofaschismus

Liebe Kameraden und Kameradinnen,

wir leben in unruhigen und historischen Zeiten. Wir als VVN BdA Chemnitz und der VVN BdA haben dabei auch eine besondere Verpflichtung im Kampf gegen den weltweiten Faschismus. Diese Verpflichtung möchte ich mit unserer Website nachkommen. Einerseits werde ich täglich unsere Helden des Widerstandes würdigen. Andererseits werde ich in diesen Zeiten auf den Islamischen Faschismus, die Muslim Brotherhood und ihre Helfershelfer in den Staaten der westlichen Welt hinweisen und hinter die Kulissen schauen. Deshalb möchte ich Euch über die im Iran stattfindende Revolution und den Islamischen Faschismus insbesondere die Hamas informieren. Deshalb habe ich die Videos von Iranern im Ausland und auch einen Verweis auf das größte Verbrechen seit dem Holocaust an den Juden und dem jüdischen Staat- Israel - online gestellt. Diese Bilder zeigen den Islamischen Faschismus in ihrer menschenverachtendes Form seit dem Holocaust. Ich habe mich in den letzten Jahren besonders mit diesem Ereignis befasst, da mir am 8. Oktober 2023 von sog. Linken, Marx21, AGR und den Trotzkisten, mitgeteilt wurde, die Juden seien doch selber Schuld seit dem Theodor Herzl in seiner Niederschrift “Der Judenstaat” einen eigenen Staat für die Juden gefordert hat. 

Ich freue mich auf Eure Beiträge und die Diskussion in unserem zukünftigen Blog, 

(A.K.)

 

"Die USA wollen nur Öl", sagen sie...

Venezuela verfügt über die größten festgestellten Ölsreserven der Welt. Wenn Öl das Problem wäre, sollte das Land reich sein. Stattdessen brach die Produktion zusammen, die Infrastruktur verfaulte und die Nation implodierte. 

In den letzten 25 Jahren haben China, Russland, der Iran und Kuba - nicht die USA - Venezuelas Öl, durch Schulden-für-Ölgeschäfte erhalten, Vermögenswerte beschlagnahmt und ein autoritäres Regime unterstützt. Allein China hat Venezuela mit zig Milliarden durch Öl abgesicherte Kredite abgeschöpft, die den Venezolanern wenig bis gar keine echten Einnahmen brachten. Russland und der Iran hielten das Regime über Wasser. Kuba hat  Sicherheits- und Geheimdienste im Austausch für subventioniertes Öl bereitgestellt. 
Vor Chavez und Maduro verkaufte Venezuela den größten Teil seines Öls an die Vereinigten Staaten - das Land war viel stabiler und wohlhabender. Der Zusammenbruch begann Jahre vor US-Ölsanktionen, die verhängt wurden, nachdem die einheimische Erdölindustrie (PDVSA) verstaatlicht, Wahlen gefälscht und die Zivilgesellschaft  zerschlagen wurde.  

Das war kein “Anti-Imperialismus”. Es war eine autoritäre Entnahme. 
Mehr als 8 Millionen Venezolaner waren gezwungen, aus ihrem Land zu fliehen. 
Der Ölreichtum ist nicht verschwunden- er wurde von Regimen und ausländischen Gönnern ausgenutzt. 

Anti-amerikanische Parolen sind einfach. Fakten sind schwieriger. 

Quelle: Instagram thatlatinzionist

https://www.reuters.com/business/energy/venezuelan-oil-industry-worlds-largest-reserves-decaying-infrastructure-2026-01-03/

www.eia.gov/international/content/analysis/countries_long/Venezuela/

www.eia.gov/international/content/analysis/countries_long/Venezuela/pdf/venezuela_2024.pdf

www.cfr.org/backgrounder/venezuela-crisis

www.congress.gov/crs-products/product/pdf/R/R44841

www.reuters.com/world/americas/venezuelas-oil-output-collapses-years-mismanagement-2023-11-15/

www.unhcr.org/venezuela-emergency.html

www.iom.int/venezuela-migration

Buchankündigung: Wie Lämmer zur Schlachtbank?

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:

Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945

Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.

Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/

NS-Terror und Verfolgung in Sachsen

Dr. Hans Brenner und seine 50 Mitstreiter haben ein umfangreiches Werk über die Anfänge der Konzentrationslager in Sachsen vorgelegt.

Die Neuerscheinung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wirft ein neues Licht auf die Zeit der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Sachsen. Zu den Themen zählen das System der Frühen Konzentrationslager von 1933 bis 1937 (mit mindestens 80 sächsischen Städten und Gemeinden), die politischen Prozesse gegen Gegner des NS-Systems, Opferschicksale aus den verschiedenen Verfolgten-Gruppen und die als Todesmärsche bezeichneten Evakuierungsmärsche aus Konzentrationslagern und deren Außenlagern ab Herbst/Winter 1944 über sächsisches Territorium. 

Mit einem umfangreichen Datenanhang und vier thematischen Karten liefert das Buch neuestes Forschungsmaterial für die sächsische Heimat- und Landesgeschichte.

Brenner, Hans / Heidrich, Wolfgang / Müller, KlausDieter / Wendler, Dietmar (Hrsg.) NS-Terror und Verfolgung in Sachsen.
Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden 2018, 624 S

Von Leipzig über Waldheim nach Buchenwald vom Anarchosyndikalisten zum Kommunisten

Erinnerungnen von Richard Thiede (1906 - 1990) Herausgegeben von Gert Thiede 

Zu diesem Bericht Im Januar 1984, mit bereits 78 Jahren, hat mein Vater versucht, sein persönliches Leben schriftlich festzuhalten.
Sein Ziel war es, die Erinnerungen einmal in einer Schrift zusammenzufassen und der Öffentlichkeit oder einem Museum zur Verfügung zu stellen. Dabei kam es ihm vor allem darauf an, die in Zeiten politischer Engstirnigkeit mancher Funktionäre, ihre abwertende und abweisende Einschätzung zum Wirken der Freien-Arbeiterunion-Deutschlands (FAUD) in der Betrachtung der Arbeiterbewegung richtig zu stellen. ....