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Im Dezember 1943 betrug die Stärke der SS-Division 12.634 Mann, im Juni 1944 bereits 15.299 Mann und im Dezember 1944 22.000 Mann. Sie wurde auf dem Balkan, an der Ostfront, in Polen und der Tschechoslowakei eingesetzt. Die Angehörigen der SS-Division stammten aus dem Raum Lwiw (deutsch Lemberg, russisch Lwow). Ab Juli 1943 wurden sieben Regimenter der SS-Freiwilligen-Division Galizien zu je 2000 Mann aufgestellt. Am 18. Juli 1943 wurden die Freiwilligen vom Distriktgouverneur Dr. Otto Gustav Wächter(ab Mai 1944 im Rang eines SS-Gruppenführers und Generalleutnant der Polizei) begrüßt. Der Kreishauptmann von Sanok Johann Anton Hofstetter (Regierungsrat) rief im Mai 1943 öffentlich zum Eintritt in die SS-Galizien auf. Bereits Anfang 1944 wurde die etwa 2000 Mann starke „Kampfgruppe Beyersdorff“ herausgelöst, die beim Kampf gegen polnische Partisanenverbände helfen sollte und dabei mehr als 1500 Zivilisten folterte und ermordete, bevor sie wieder zum Rest der Einheit stieß.
Von polnischen und amerikanischen Historikern werden der SS-Division eine Reihe Verbrechen zugerechnet, die jedoch noch immer nicht vollständig gesichert sind. Als bewiesen gilt die Beteiligung der "Kampfgruppe Beyersdorff" an Massakern:
Huta-Pieniacka am 28. Februar 1944 - alle Bewohner des Dorfes wurden ermordet und das gesamte Dorf geplündert und niedergebrannt;
Pidkamin am 12. März 1944 - bis zu 1.000 polnischen Zivilisten wurden Opfer;
Palikrowy am 12. März 1944 - mindestens 365 Menschen wurden erschossen.
Im April 1945 wurde die SS-Division als 1. Division der Ukrainischen National-Armee neu formiert und dem ukrainischen Nationalkomitee unter den Befehl von Pawlo Schandruk gestellt, in Österreich stationiert und auf die Ukraine vereidigt. Am 8. Mai 1945 ergab sich die Division den britischen Truppen. Da die Mehrzahl der Soldaten aus Galizien stammten, galten sie als polnische Staatsbürger und wurden nicht an die Sowjetunion ausgeliefert.
Die Ukraine und im Westen gedenkt man der Waffen-SS-Division-Galizien und deren Kriegsverbrecher
Jaroslaw Hunka: 2023 wurde er vom kanadischen Unterhaus mit stehenden Ovationen als ukrainisch-kanadischer Veteran des Zweiten Weltkriegs gewürdigt, der für die ukrainische Unabhängigkeit „gegen die Russen“ gekämpft habe. Auch der Premierminister und der ukrainische Präsident schlossen sich an.
Beifall der deutschen Botschafterin, Sabine Sparwasser, im Rahmen der Ehrenbekundung im Parlament des NATO-Verbündeten Kanada, insbesondere nachdem Parlamentspräsident Anthony Rota diesen als Kämpfer "der ukrainischen Unabhängigkeit gegen die Russen im Zweiten Weltkrieg" sowie als "einen ukrainischen Helden, einen kanadischen Helden" vorgestellt und "für all seine Dienste" gedankt hatte.
Fans des westukrainischen Fußballclubs Karpaty Lwiw zeigten 2013 zum 70-jährigen Jubiläum der Einheit ein Banner mit dem Abzeichen der Division „Galizien“.
Nationalistische ukrainische Gruppen entwickelten nach dem Zweiten Weltkrieg ein Narrativ, das die Organisation Ukrainischer Nationalisten, die Ukrainische Aufständigenarmee und ihrer Führer heroisierte und gleichzeitig Faschismus und Verbrechen bei ihnen abstritt. Diese Sicht schloss auch die SS-Division „Galizien“ ein und erhielt in der Ukraine unter Präsident Juschtschenko einige Förderung.
Das von 2014 bis 2019 von Volodymyr Viatrovych geleitete Ukrainische Institut für nationales Gedenken vertritt eine ähnliche Sicht und beeinflusst damit die Geschichtswahrnehmung in der ukrainischen Gesellschaft nach den faschistischen Ausschreitungen auf dem Maidan und dem gewaltsamen Umsturz. So wird die SS-Division-Galizien heute von Ukrainern aus dem nationalistischen, aber auch dem bürgerlichen Spektrum vor allem in Galizien positiv gesehen und verehrt.
In der Stadt Lwiw findet organisiert von der nationalistischen Gruppierung „Autonomer Widerstand“ seit 2010 jährlich am 28. April eine Parade zu Ehren der SS-Division-Galizien statt, bei der neben Veteranen auch Vertreter anderer nationalistischer Organisationen teilnehmen.
In den Städten Iwano-Frankiwsk und Ternopil wurde jeweils eine Straße nach der SS-Division-Galizien benannt. Am 23. Juli 2017 fanden in Tscherwone eine Gedenkandacht und eine feierliche Umbettung gefallener Soldaten der SS-Division-Galizien statt, an der u. a. Veteranen und Vertreter der staatlichen Gebietsverwaltung teilnahmen. Statisten und Veteranen trugen dabei Uniformen der Division.
Am 23. September 2020 entschied der Oberste Gerichtshof der Ukraine, dass die Symbole der SS-Division- Galizien nicht mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht würden und daher im Land nicht verboten werden können.
In mehreren Städten Österreichs, wo die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1) an Kampfhandlungen teilnahm, wurden Denkmäler mit deren Abzeichen errichtet. Verschwiegen wurde dabei, dass es sich hierbei um eine an Kriegsverbrechen beteiligte SS-Division handelt
Auf dem Friedhof des Ortes Bad Gleichenberg befindet sich ein Denkmal, das den „gefallenen Söhnen der Ukraine“ gewidmet ist. Darauf zu sehen sind auch zwei Löwen, die dem Abzeichen der SS-Division entlehnt sind.
An der Mauer der Pfarrkirche Bierbaum am Auersbach ist ein Kriegerdenkmal angebracht mit der Inschrift: „Dem steten Gedenken der für die Freiheit in Kameradschaft gefallenen Söhne der Ukraine und der Steiermark gewidmet.“ In dominierender Größe ist weiters als Zeichen der Einheit der galizische Löwe angebracht.
Auf dem Friedhof des Ortsteils Trautmannsdorf wird der Division gedacht, wobei an dieser Stelle die Bezeichnung „Ukrainische National-Armee“ verwendet wird – eine Bezeichnung, die die Division in den letzten 14 Tagen vor der Kapitulation 1945 trug. Auch hier wird das Abzeichen der Division verwendet.
In der Stadt Feldbach wird der Division „Galizien“ für ihre Beihilfe im Abwehrkampf gegen die Rote Armee gedacht. Am Pfarrplatz befindet sich ein 1981 offiziell enthülltes Denkmal für die „1. Division der Ukrainischen National-Armee“ – eine Bezeichnung, welche die Division in den letzten 14 Tagen vor der Kapitulation 1945 trug. Darauf abgebildet war auch das originale Verbandsabzeichen der SS-Einheit. In der Alten Pfarrkirche erinnert seit 1954 eine Gedenktafel an die Angehörigen der Division. Im Januar 2018 wurden die umstrittenen Abzeichen von den Denkmälern entfernt.
Auf dem örtlichen Friedhof von Gnas errichtete das Österreichische Schwarze Kreuz ein Denkmal, auf dem das Abzeichen der SS-Division-Galizien abgebildet ist.
Auf dem ukrainisch-katholischen Friedhof Saint Mary’s in Elkins Park, einem Vorort von Philadelphia, steht ein Kreuz, das der Division gewidmet ist. Das American Jewish Committee erklärte, das Denkmal solle entfernt werden.
Ein weiteres Denkmal steht in Warren, einem Vorort von Detroit, an der Seite eines Gebäudes der ukrainischen Kreditgenossenschaft. Der Bürgermeister der Stadt, James R. Fouts, erklärte, nachdem er über das Denkmal informiert worden war, dass: „Es besteht nicht die geringste Chance, dass wir so etwas unterstützen würden.“
Auf dem ukrainischen Sankt-Wladimir-Friedhof in Oakville befindet sich ein Ehrenmal mit dem Emblem der SS-Division. Der kanadische Verein der Freunde des Simon Wiesenthal Zentrums hat wiederholt die Entfernung dieses Denkmals gefordert bis im März 2024 dieses Denkmal tatsächlich entfernt wurde.
Ein weiteres Denkmal steht trotz mehrmaliger Proteste und Vandalenakte noch am St. Michaels Friedhof in Edmonton.
Literatur/Quellen:
Rolf Michaelis: Die Grenadier-Divisionen der Waffen-SS. Michaelis, Erlangen 1994
Rolf Michaelis: Ukrainer in der Waffen-SS. Die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1). Winkelried-Verlag, Dresden 2006
Rolf-Dieter Müller: An der Seite der Wehrmacht. Hitlers ausländische Helfer beim "Kreuzzug gegen den Bolschewismus" 1941–1945. München 2007
Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, 2. Auflage. Band 3: Die Landstreitkräfte 6–14. Biblio-Verlag, Bissendorf 1974
Wikipedia
Was viele Menschen ahnten und manche sicher wussten, ist nun ganz offensichtlich und für Sachsen und ganz Deutschland beschämend zutage getreten.
CDU und AFD Stadträte in Heidenau haben gemeinsam und schlaglichtartig die gesellschaftliche Konfrontation provoziert und wollen somit die Opfer des Faschismus aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen. Diese geschichtsvergessenen, antisemitischen und rassistischen Abgeordneten
Sie sind die geistigen Erben einer völlig unzureichende Entnazifizierung in der Bundesrepublik Deutschland, wo in der Adenauerregierung NSDAP-Mitglieder saßen, Faschisten in Bundeswehr und Nachrichtendiensten wirkten und der SS-Henker von Warschau als Bürgermeister von Westerland im Landtag vertreten war. Die faschistisch- ideologische Saat sprießt in einem Land, wo Richter, Offiziere und Beamte mit NSDAP-Mitgliedsbuch tätig und deren Nachfolger zu Aktivisten der AfD mutierten. Wie treffend das
„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ ist ein berühmtes Zitat Bertolt Brechts und so aktuell.
Es gilt jetzt unmissverständlich Gesicht zu zeigen und sich öffentlich für eine antifaschistisch-demokratischen Gesellschaft mit Wort und Tat einzusetzen. Dabei müssen die demokratischen Parteien Farbe bekennen und aktiv vorangehen. Jeder Humanist ist gefragt, um den Apologeten faschistischer Tendenzen die Stirn zu bieten.
Vorst. VVN-BdA Chemnitz
i.A. Raimon Brete
Unvergessen - Willy Schockenbäumer
Mutige, engagierte und aufrichtige Kämpfer gegen die braunen und schwarzen Horten der Faschisten dürfen nicht vergessen werden.
Zu ihnen gehört Willy Schockenbäumer, der die Abteilung des Roten Frontkämpferbund (RFB) Burgstädt aktiv und mit Erfolg führte.
(Der RFB wurde 1924 gegründet und war die Nachfolgeorganisation der Proletarischen Hundertschaften und des vom Spartakusbund begründeten Roten Soldatenbunds.)
Aus den Erinnerungen von Erich Knorr[1912-2012; er war 29 Monate lang Strafsoldat im Strafbataillon 999 und ein deutscher Politiker(KPD, SED,DIE LINKE), Landrat des Kreises Rochlitz und stellvertretender Generalsekretär der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe(VdgB)].
"Im Herbst 1932 schloss ich mich, ohne Anweisung oder irgendeine Order, enger an den Roten Frontkämpferbund an, die illegale Wehrorganisation der KPD, in die ich im März 1932 aufgenommen worden war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Nazismus an die Macht kommen könnte, ohne dass die deutsche Arbeiterklasse dem Faschismus eine Entscheidungsschlacht liefern würde. Waren das lediglich Ideen in meinem Kopf? Nein, das waren sie nicht. Willy Schockenbäumer starb unter den Kugeln der SS, des Limbacher Mordsturms, im November 1932. Ein halbes Dutzend unserer Kameraden wurde verletzt, dem Jüngsten musste ein Bein amputiert werden."
"NEUEN DEUTSCHLAND" vom 09.09.1989 - Beitrag "Wie junge Leute aus der Geschichte lernen, das Heute mitzugestalten"; Seite 9:
"Dutzende Blätter für Ortsgeschichte sind herausgegeben. Dafür lohnt es, Partei zu nehmen.
Da ist zum Beispiel die Reihe „ Kämpferpersönlichkeiten ".
Burgstädter Bürger, aktiv im antifaschistischen Widerstandskampf, werden darin vorgestellt.
Albert Hößler, Wilhelm Schockenbäumer, Kurt Mauersberger, Friedrich Marschner... Burgstädter, die' Flugblätter herstellten, gefährdete Genossen vor der Verhaftung bewahrten, in den Internationalen Brigaden einen Wall gegen die aufkommende Flut des Faschismus errichten wollten.
Kommunisten, Sozialdemokraten, Gläubige.
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erkundeten Details ihres Lebens, sprachen mit Freunden und Kampfgefährten, fragten nach Motiven, wollten wissen, woraus sie Kraft und Optimismus nahmen. „Die Menschen, die wir dabei kennenlernten, sind für unsere Schüler keine Helden auf steinernem Sockel,
sondern Leute aus ihrer Heimatstadt, Bürger, die um die Ecke wohnten und wohnen. So fällt es
leichter, historische Prozesse, Ereignisse der Weltgeschichte zu begreifen und zu werten."
Kein Opfer der brutalen und entmenschlichten faschistischen Ideologie darf vergessen werden, auch wenn (noch) nicht immer alle Fakten detailliert bekannt sind.
Literatur
Erich Knorr, Strafsoldat in Krieg und Nachkrieg - 29 Monate Strafbataillon 999, Pahl-Rubenstein-Verlag 2011
Ehrungen in Burgstädt: Willy-Schockenbäumer-Straße
Gedenktafel
Liebe Freund*innen,
ich habe gerade die Petition "Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben!" unterzeichnet und würde mich sehr freuen, wenn auch ihr…
Es wird um Jörg Becker getrauert. Er bot dem Mainstreambild vom Superspion,
Der Krieg ist ein Instrument der Politik; er muß notwendig ihren Charakter tragen, er muß mit ihrem Maße messen; die Führung des Krieges in seinen…
Mit Wanda Traczyk-Stawska ist am 18. August eine der letzten überlebenden Teilnehmerinnen des Warschauer Aufstands von 1944 gestorben. Sie wuchs in…
Klaus-Michael Kühnes Kommentar zu " Verstrickungen" in den Holocaust mit Zwangsarbeit im Unternehmen: ....wir sind nicht die einzigen Betroffenen…
mit großem Interesse lese ich gerne Eure Beiträge und Informationen, die stets einen klaren Standpunkt und anregende Argumente enthalten. Dafür…
(Ein deutscher Führungsoffizier und SA-Mann - Theodor Oberländer - wurde später Minister in der Adenauer-Regierung)
Das tragische Scheitern Stauffenbergs und der anderen Verschwörer gegen Hitler bestätigt die Erkenntnis, dass eine "Palastrevolution" den…
(Lied von Paul Dessau und seiner Frau Gudrun Kabisch. Es Lied wurde es insbesondere in seiner Version von Ernst Busch populär und war Bestandteil des…
Die Arbeit der Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregiems und Bund der Antifaschisten(VVN-BdA) steht auch in Chemnitz ganz im Zeichen der Verwirklichung des Schwures der Buchenwaldhäftlinge und der Opfer des Faschismus:
"Wir werden den Kampf erst aufgeben, wenn der letzte Schuldige vom Gericht aller Nationen verurteilt ist. – Die endgültige Zerschmetterung des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal."
Unsere Arbeit umfasst Forschungs-, Gedenk- und Pflegearbeit für Chemnitz sowie im Umland. Ihren Niederschlag findet diese u.a. in eigenständigen Publikationen, Ausstellungen sowie Veranstaltungen über Widerstandskämpfer und Verfolgte des faschistischen Regimes sowie einer aktiven Unterstützung für die Verlegung von "Stolpersteinen". Schwerpunkt ist auch die Unterstützung der Arbeit der Gedenkstätte über eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland in Sachsenburg bei Frankenberg.
Hierfür suchen wir weitere Mitsteiterinnen und Mitstreiter und möchten Sie ganz herzliche dazu einladen.
Wir würden uns auch über eine Spende zur Finanzierung künftiger Forschungs- und Erinnerungsprojekte
freuen.
Unsere Spendenkonten:
VVN-BdA Ortsverband Chemnitz
DE12870500007004464
VVN-BdA Stolpersteine
DE10870500003557006246
Sehr geehrte Frau Wagner,
es ist mittlerweile zu einer festen Tradition in unserer Stadt geworden, mit der Verlegung von
Stolpersteinen an ehemalige Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während des
nationalsozialistischen Regimes tragische Schicksale erlitten haben.
Sehr geehrte Damen und Herren,im Gedenken an die Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938 und an die während derfaschistischen Gewaltherrschaft ermordeten sechs [...]
MoreDr. Hans Brenner und seine 50 Mitstreiter haben ein umfangreiches Werk über die Anfänge der Konzentrationslager in Sachsen vorgelegt.
Die Neuerscheinung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wirft ein neues Licht auf die Zeit der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Sachsen. Zu den Themen zählen das System der Frühen Konzentrationslager von 1933 bis 1937 (mit mindestens 80 sächsischen Städten und Gemeinden), die politischen Prozesse gegen Gegner des NS-Systems, Opferschicksale aus den verschiedenen Verfolgten-Gruppen und die als Todesmärsche bezeichneten Evakuierungsmärsche aus Konzentrationslagern und deren Außenlagern ab Herbst/Winter 1944 über sächsisches Territorium.
Mit einem umfangreichen Datenanhang und vier thematischen Karten liefert das Buch neuestes Forschungsmaterial für die sächsische Heimat- und Landesgeschichte.
Brenner, Hans / Heidrich, Wolfgang / Müller, KlausDieter / Wendler, Dietmar (Hrsg.) NS-Terror und Verfolgung in Sachsen.
Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden 2018, 624 S
Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:
Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945
Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.
Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/