Stolpersteine


Aktuelles zum 9. November 2023 - Reinigung der Stolpersteine

Lichterwege und Lichtpunkte

Am späten Nachmittag, ab 16.30 Uhr, werden die Chemnitzer Stolpersteine an diesem Gedenktag gereinigt und bedacht. Seit vielen Jahren machen sie auf die Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam. Alle 307 Stolpersteine, die in Chemnitz an den letzten Wirkungs- oder Wohnstätten der Opfer verlegt worden sind, werden in der von den Buntmacher:innen initiierten Aktion Lichterwege geputzt. Ein großes Netzwerk setzt das Vorhaben um: die AG Stolpersteine, Omas gegen Rechts, der Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, das Sächsische Museum für Archäologie Chemnitz (smac), Schülerinnen und Schüler des Georgius-Agricola-Gymnasiums und des Evangelischen Schulzentrum Chemnitz, die Ev.-Luth. St.-Jakobi-Kreuzkirchgemeinde Chemnitz, die Katholische Gemeinde St. Joseph, das Stadtteilbüro Reitbahnviertel, der Gute Zieten e. V., der Lern- und Gedenkort Kaßberggefängnis, das Bürgerhaus City und weitere zahlreiche Privatpersonen. Sie werden an diesem Tag die Stolpersteine reinigen und eine Kerze aufstellen.

An verschiedenen Stolpersteinen werden sich Akteur:innen der Chemnitzer Zivilgesellschaft darüber hinaus an sogenannten „Lichtpunkten wider das Vergessen“ versammeln und gemeinsam an die Opfer der Pogromnacht erinnern. Initiiert vom Bündnis Chemnitz für Menschlichkeit soll an zahlreichen Orten in der Stadt Gelegenheit zum aktiven Erinnern, Mahnen und Begegnen sein.

Zudem präsentieren die Buntmacher*innen ab 19 Uhr an den Kunstsammlungen am Theaterplatz die Ergebnisse eines Kunst- und Erinnerungsprojektes, das sie in Kooperation mit der Friedrich August III. Oberschule, dem Holzkombinat und eridur umgesetzt haben. In dem Projekt wurden hölzerne Duplikate von Stolpersteinen erstellt, die ab 2024 didaktisch zum Einsatz kommen sollen.

Gefördert wird das Projekt durch den Lokalen Aktionsplan für Demokratie, Toleranz und für ein weltoffenes Chemnitz, im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Stadt Chemnitz.

Alle Standorte der Stolpersteine sind auf www.chemnitz.de/stolpersteine zu finden. Auf dieser Seite werden auch die Fotos der Aktionen veröffentlicht, ebenso in sozialen Kanälen der Stadt Chemnitz und der Buntmacher*innen mit dem Hashtag #lichterwege.

Informationen zum Projekt Stolpersteine:

Mit den Stolpersteinen wird an Bürgerinnen und Bürger aus Chemnitz erinnert, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden.

Die zehn mal zehn Zentimeter großen Stolpersteine werden jeweils in den Bürgersteig vor dem Haus eingelassen, wo die zu Ehrenden ihre letzte Adresse hatten. Auf der Messingplatte der Betonsteine sind Name und Lebensdaten der Opfer eingraviert. Wer sie im Vorübergehen sieht, soll im Geiste darüber stolpern, kurz innehalten und die Gravur lesen.

Gereinigt werden können die Stolpersteine mit einem bewährten Hausmittel: einem Mehl-Salz-Essig-Gemisch, das aus zwei Esslöffel Mehl, zwei Esslöffel Salz und ausreichend Essig besteht.

(Stadt Chemnitz)

EIN STEIN - EIN NAME - EIN MENSCH

Der in Köln lebende Künstler Gunter Demnig wurde 1947 in Berlin geboren. Nach dem Studium für Kunstpädagogik, Industrial Design und Freie Kunst in Berlin und Kassel arbeitete er an verschiedenen Projekten.

1993 entstand die Idee zum Projekt "Stolpersteine". Diese Steine, die mit einer Gedenktafel aus Messing versehen sind, sollen an Opfer der NS-Zeit erinnern. Sie werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Opfer in den Bürgersteig eingelassen. Die ersten dieser Steine verlegte der Künstler 1997 (zuerst illegal) in Berlin - Kreuzberg. Seit 2000 wurden, in dem nun offiziellen Projekt, mehr als 100.000 dieser Steine in über 430 Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Österreich, Tschechien, der Ukraine und Ungarn verlegt.

"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig und will so die Erinnerung an diese Menschen lebendig halten.

In Chemnitz wird das Projekt vom VVN-BdA Chemnitz, der die Initiative zur Verlegung der ersten Stolpersteine im Jahre 2007 übernahm, und der Stadt Chemnitz getragen. 

Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines "Stolpersteins" übernehmen.

Es ist ein Projekt gegen das Vergessen: 300 „Stolpersteine“ lassen bisher in Chemnitz Menschen innehalten. Eingelassen in den Bürgersteig, erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Mitbürgern, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden. 10 mal 10 cm kleine Messingtafeln auf den Steinen geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten frei gewählten Wohn- oder Wirkungsstätten.

Stolpersteinverlegung am 14. Juni 2023

Am Mittwoch, dem 14. Juni wurden in Chemnitz 25 neue Stolpersteine an elf Orten im Stadtgebiet eingeweiht. Insgesamt erinnern nun mehr als 300 der Gedenksteine in der Stadt an Schicksale von Menschen, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden.

Kontakt

Anfragen zur Stolpersteinpatenschaft richten Sie bitte direkt an uns, den Stadtverband Chemnitz des VVN/BdA, Rosenplatz 4, 09126 Chemnitz, E-Mail senden.