Justin Sonder lebt nicht mehr

Heute erreichte uns die Nachricht, daß Justin Sonder unser Freund, Kamerad und Ehrenvorsitzender des Chemnitzer Verbandes der Verfolgten des Naziregimes, am Nachmittag begleitet von seiner Tochter und seinem Schwiegersohn gestorben ist.

Entkommen dem millionenfachen Sterben, dem Tot im Vernichtungslager, Konzentrationslager, auf Transport und dem Todesmarsch, einem einsamen Sterben, ist er nach einem erfüllten Leben, geachtet, geliebt und anerkannt, dem Alter erlegen.

Gemeinsam konnten wir am 18. Oktober seinen 95. Geburtstag begehen. In den Wochen vor einer Notoperation und dem Jubiläum hatten wir noch die Gelegenheit uns auszutauschen über offen gebliebene Fragen an die Geschichte, das Leben und die aktuellen Geschehnisse in unserem Land.  Er erinnerte sich noch einmal an Begebenheiten aus der Zeit der Verfolgung und des Widerstandes, an seine Eltern Zita und Leo und Kameraden wie Max Brudner und Arthur Guttentag.

Zweifelnd ob das von ihm abgelegte Zeugnis seines Lebens ausreichend sein mag, damit sich Geschehnisse wie in der Zeit des deutschen Faschismus nicht wiederholen, nahm er mit Freude den großen Zuspruch bei der Verlegung der Stolpersteine im Herbst diesen Jahres zur Kenntnis. Im vollen Bewußtsein nahm er die Broschüre entgegen, die anläßlich seines 95. Geburtstages von uns herausgebracht wurde und hofft, daß mit Hilfe des Internationalen  Auschwitzkomitees eine zusätzliche Veröffentlichung einen größeren Leserkreis erreichen kann.

Wir wünschen uns für unsere Stadt, für die Menschen, daß sein Leben und Wirken nicht vergessen werden, daß es auch einfließt in das Jahr der Kulturhauptstadt 2025, denn das hätte ihn gefreut. Die Erinnerung sollten auch im 80. Jahr nach der Befreiung nicht abreißen, damit konsequentes Handeln dazu führt, daß die Menschen in Achtung und solidarischem Miteinander leben, in einer Welt, in der nicht die Angst um das Morgen bestimmend ist sondern ein sicheres Dasein aller die schöpferische Kraft der Menschen befördert, das Leben in vollen Zügen zu genießen und schlussendlich das Leben zum Leben führt.


Enrico Hilbert
Vorsitzender

 

 

Neueste Nachrichten VVN BdA Chemnitz

Sehr geehrte Chemnitzerinnen und Chemnitzer, Gäste unserer Stadt

 

im 75. Jahr nach der Weihe dieses Ortes, eines Ortes des Friedens, des Erinnerns,…

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Anläßlich des 76. Jahrestages der Wiederkehr des gescheiterten Staatsstreiches vom 20. Juli 1944, hatte der Verband der Verfolgten des Naziregimes,…

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Am 18. August 1944 wurde Ernst Thälmann, nach seiner Überführung aus dem Zuchthaus Bautzen, im Konzentrationslager Buchenwald hinterrücks erschossen.

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Anlässlich des 76. Jahrestages der Wiederkehr des Attentats vom 20. Juli 1944, dem bedeutendsten Umsturzversuch während der nazistischen…

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Termine

8. Mai 1945 - 76. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

08.05.2021 Ganztags

Gedenken auf dem Ehrenfriedhof für die sowjetischen Soldaten am Richterweg (Uhrzeit wird noch bekanngegeben.)

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Serverwechsel

Liebe Freunde und Besucher unsere Website,

Nach dreimonatiger Arbeit ist es nun endlich geschafft, Versuch und Irrtum in Webserver- und Mailservereinrichtung.  Unsere Website läuft nun seit einer Woche stabil auf dem neuen Server. 

Dazu kam auch ein eigener Mailserver, der nun unter der  Mailadresse info(at)vvn-bda-chemnitz(dot)de wieder erreichbar ist.

Unsere zeitweilige Adresse wird erst einmal bis Ende April erhalten bleiben. Also wir sind für Euch auch auf der Mailadresse vvnbdac(at)gmail(dot)com erreichbar, bis wir diese Adresse nur noch als Zweitadresse nutzen werden.

Ich werde Euch auf dem laufenden halten.

Euer Webmaster Andreas 

 

Dringende Bitte zur Unterzeichnung

https://www.openpetition.de/petition/online/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben

Die Gemeinnützigkeit der VVN-BdA soll wiederhergestellt werden. Die Erinnerung an die Verbrecher und Opfer des Nationalsozialismus ist gerade in der heutigen Zeit wichtig für die Gesellschaft, da dadurch ein weiteres Erstarken des Faschismus gestoppt werden kann.

Stolpersteine mahnen auch in Chemnitz

Lagerarbeitsgemeinschaft Sachsenburg

Kriegsendphasenverbrechen der Nazis in Chemnitz

 

Buchempfehlung:

Dr. Hans Brenner und seine 50 Mitstreiter habe ein umfangreiches Werk über die Anfänge der Konzentrationslager in Sachsen vorgelegt. 

Die Neuerscheinung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wirft ein neues Licht auf die Zeit der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Sachsen. Zu den Themen zählen das System der Frühen Konzentrationslager von 1933 bis 1937 (mit mindestens 80 sächsischen Städten und Gemeinden), die politischen Prozesse gegen Gegner des NS-Systems, Opferschicksale aus den verschiedenen Verfolgten-Gruppen und die als Todesmärsche bezeichneten Evakuierungsmärsche aus Konzentrationslagern und deren Außenlagern ab Herbst/Winter 1944 über sächsisches Territorium. Mit einem umfangreichen Datenanhang und vier thematischen Karten liefert das Buch neuestes Forschungsmaterial für die sächsische Heimat- und Landesgeschichte.

Brenner, Hans / Heidrich, Wolfgang / Müller, KlausDieter / Wendler, Dietmar (Hrsg.) NS-Terror und Verfolgung in Sachsen. Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden 2018, 624 S


Von Leipzig über Waldheim nach Buchenwald vom Anarchosyndikalisten zum Kommunisten 

Erinnerungnen von Richard Thiede (1906 - 1990)

Herausgegeben von Gert Thiede

Zu diesem Bericht

Im Januar 1984, mit bereits 78 Jahren, hat mein Vater versucht, sein persönliches Leben schriftlich festzuhalten. Sein Ziel war es, die Erinnerungen einmal in einer Schrift zusammenzufassen und der Öffentlichkeit oder einem Museum zur Verfügung zu stellen. Dabei kam es ihm vor allem darauf an, die in Zeiten politischer Engstirnigkeit mancher Funktionäre, ihre abwertende und abweisende Einschätzung zum Wirken der Freien-Arbeiterunion-Deutschlands (FAUD) in der Betrachtung der Arbeiterbewegung richtig zu stellen. ....