Aktuelles


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Stolpersteinverlegung am 29.05. 2024 und Sachsenburger Dialog 2024

Dialog erinnert an KZ-Appell im Jahr 1933

Eine Buchpräsentation, Dialoge und das Gedenken stehen im Fokus des Sachsenburger Dialogs. Sie finden am 2. Juni an einem Ort statt, an dem
grausam Geschichte geschrieben wurde.
SACHSENBURG - An den 91. Jahrestag des ersten Lagerappells im einstigen Konzentrationslager Sachsenburg erinnern die Akteure hinter dem Sachsenburger Dialog. Zu diesem bitten die Sächsische Lan-
desarbeitsgemeinschaft zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die Lagerarbeitsgemeinschaft und die Geschichtswerkstatt Sachsenburg für den 2. Juni. Auf dem Gelände der entstehenden
Gedenkstätte KZ Sachsenburg können Teilnehmer gemeinsam in die Geschichte eintauchen und nach Antworten auf die Frage suchen, wie Gedenken und Erinnern künftig ausgestaltet werden sollen.
Bereits am 1. Juni findet im Alten Heizhaus der TU Chemnitz eine Podiumsdebatte unter dem Motto „Zukunft der sächsischen Erinnerungskultur“ statt. Ab 18 Uhr diskutieren in der Straße der Nationen 62
die Politiker Iris Firmenich (CDU), Stefan Hartmann (Die Linke), Frank Richter (SPD) und Volkmar Zschocke (Bündnisgrüne).
Sachsenburg war eines der frühen und das größte Konzentrationslager in Sachsen. Es wurde 1933 in einer ehemaligen Spinnerei an der Zschopau vor den Toren Frankenbergs eingerichtet. Hier wurden vor
allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter aus dem KZ Plaue, Sachsens erstem KZ, und aus Chemnitz gefangen gehalten, später auch oppositionelle Geistliche und Zeugen Jehovas. Insge-
samt waren in Sachsenburg bis zur Schließung 1937 rund 10.000 Menschen inhaftiert. Von circa 7000 Insassen sind die Namen bisher bekannt.
Am Sonntag finden ab 10 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit künstlerischen Beiträgen von Musikschülern aus Frankenberg sowie eine Kranzniederlegung am Denkmal statt. 13 Uhr schließt sich die Präsen-
tation des Buches „Geistliche im Konzentrationslager Sachsenburg“ an. Dabei handelt es sich um den ersten Band, der im Verlag Hentrich & Hentrich erscheinenden Schriftenreihe der Geschichtswerkstatt
Sachsenburg. Ab 15 Uhr kommen Angehörige ehemaliger Gefangener zusammen und laden zum offenen Dialog ein.
Im benachbarten Kommunikations- und Dokumentationszentrum An der Zschopau 1 ist seit kurzem und bis Jahresende die neue Schau „Sachsenburg - eine Gedenkstätte entsteht“ zu sehen. „Wer Zukunft
gestalten will, muss seine Vergangenheit kennen“, erklärte Mittelsachsens Landrat Dirk Neubauer (parteilos) zu deren Eröffnung. |dahl
14.05.24, 08:29 Freie Presse
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Neueste Nachrichten

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Unvergessen - Eine neue Rubrik zur Erinnerung und Mahnung

In der Bundesrepublik nehmen die rechtsradikalen und nazistischen Vorfälle und Straftaten immer mehr Fahrt auf. In einem Land, dass sich offiziell als Rechtsnachfolger des 3. Reiches sieht und zugleich die Last eines durch Hitlerdeutschland entfesselten Weltkrieges mit über 60 Millionen Toten tragen muss. Über und über Opfer, Männer, Frauen und Kinder, in Vernichtungslagern der Nazis, der Holocaust mit über

6 Millionen Ermordeten und aber hunderttausenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, verhungert, erschlagen.
Mit dem unvergesslichen Tag der Befreiung am 8. Mai 1945 vom Grauen des Krieges und der Vernichtung folgten die Mehrzahl der Menschen in ganz Deutschland dem Schwur der Buchenwaldhäftlinge "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!"

Nach den Kriegsverbrecherprozessen oder schon mit ihnen begann eine zweigeteilte Entwicklung in Deutschland. Im Osten wurde einer
antifaschistischen Ordnung nicht nur Leben eingehaucht, sondern die Entnazifizierung in der Gesellschaft, u.a. durch Antifaschisten und Kämpfer gegen den Faschismus in Verwaltung, Justiz und Polizei sowie Neulehrer vorangetrieben. In den drei Westzonen und später in der BRD wurden mehrheitlich die alten Beamten im staatlichen Machtapparat übernommen. Exemplarisch die Weiterbeschäftigung von Globke als Staatssekretär, Filbinger als Ministerpräsident, Gehlen als Chef des neuen Geheimdienstes, Heusinger als Generalinspekteur der Bundeswehr, Buback als Generalbundesanwalt, Schleyer als Arbeitgeberpräsident. Kasernen der Bundeswehr und Straßen sowie Plätze tragen oder trugen Namen von nazistischen Parteigängern oder Offizieren/Generälen, z.B. von  Manteuffel, Moeller, Freiherr v. Fritsch, Rommel, Lent, Marseille, Lilienthal.
 

In der Folge der Wiedervereinigung kamen sogenannte Aufbauhelfer und "Neubürger" in den Osten, wie z.B. der Gymnasiallehrer Höcke ("Er ist ein Nazi"), der Richter Meyer, der Oberst der Bundeswehr Paderski, der Bundeswehrfallschirmjäger-Oberfeldwebel Kalbitz. Sie zeichnen hauptsächlich mitverantwortlich für den Aufbau rechter sowie nazistischer Strukturen und Parteien in den neuen Bundesländern.  

 

Der gesellschaftliche Umbruch wurde im Osten begleitet von einem Sturm zur Tilgung des Vermächtnisses von Antifaschisten und deren öffentlich-mediale Diskreditierung. Erinnerungsorte, Straßen und Denkmäler für Menschen, die für ihre Überzeugung und ihren Kampf gegen den Faschismus Folter, Haft oder auch den Tod erfuhren, wurden gestohlen, entfernt bzw. geschleift.

Ein Angriff auf ein Wertesystem vieler Menschen, das zugleich auch Bestandteil deren Lebensleistungen mit antifaschistischen Traditionen ist. Dem ist immer wieder zu begegnen. Man hebt die aktuellen Fakten zum erstarken rechter und nazistischer Umtriebe und Entwicklungen aufs Tape und verbannt die geschichtlichen Fakten über deren Ursachen im Keller des Vergessen.
Unvergessen, auch wenn allein in Chemnitz nach 1990 eine durch nichts zu rechtfertigende Straßennamenstürmerei stattfand, Gedenktafeln zerstört oder entfernt und vor allem Schulen ihres antifaschistischen Erbes beraubt wurden.Allein für Chemnitz stehen über 30 getilgte Straßennamen und über 15 getilgte oder mit dem Abriss der Schulen verschwundene Schulnamen.
Euer Kampf war nicht umsonst und die Erinnerung wird unauslöschlich bleiben.

Den Kämpfern gegen den Faschismus zu gedenken und deren Vermächtnis mit Leben zu erfüllen, soll an dieser Stelle in loser Folge über sie berichtet werden.

Peter Blechschmidt und Raimon Brete

Augustusburger Gespräche 1933-1945

Anstehende Termine

Verlegung der Stolpersteine in Chemnitz

29.05.2024 09:00 - Offenes Ende

Sehr gehrte Damen und Herren,

bereits jetzt möchten wir zur Verlegung der Stolpersteine in Chemnitz für dieses Jahr am 29. Mai einladen und geben folgende Informationen weiter.

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3. Liedfestival POESIE EUROPAS

02.06.2024 17:00 - 22:00

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Am So., 2. Juni 2024, 17 Uhr

ist es wieder soweit

und wir bringen das Straßenbahnmuseum Chemnitz zum Klingen.

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Unvergessen - Wir erinnern und gedenken
Unvergessen und immer im Herzen

Zum Jahrestag der Ermordung von sieben Antifaschisten im Jahre 1945 fand am 27. März eine kleine Gedenkfeier am Hutholz in Neukirchen/Chemnitz statt. 

Getragen vom Heimatverein-Neukirchen und dem Chemnitzer Verband der Verfolgten des Naziregimes, ihrer Hinterbliebenen und Freunde, erinnerten in Anwesenheit von 24 Bürgerinnen und Bürger Enrico Hilbert und Hannelore Wagner in Wort und Bild der standhaften Widerstandskämpfer.

In dieses Gedenken wurden gleichfalls die 12 ermordeten Kriegsgefangenen aus dem Lager in der Turnhalle Jahnstraße in Neukirchen mit eingeschlossen.(RB)

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Stolpersteine mahnen auch in Chemnitz

Lagerarbeitsgemeinschaft Sachsenburg

Aufstehen gegen Rassismus

Buchempfehlungen

NS-Terror und Verfolgung in Sachsen

Dr. Hans Brenner und seine 50 Mitstreiter habe ein umfangreiches Werk über die Anfänge der Konzentrationslager in Sachsen vorgelegt. Die Neuerscheinung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wirft ein neues Licht auf die Zeit der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Sachsen. Zu den Themen zählen das System der Frühen Konzentrationslager von 1933 bis 1937 (mit mindestens 80 sächsischen Städten und Gemeinden), die politischen Prozesse gegen Gegner des NS-Systems, Opferschicksale aus den verschiedenen Verfolgten-Gruppen und die als Todesmärsche bezeichneten Evakuierungsmärsche aus Konzentrationslagern und deren Außenlagern ab Herbst/Winter 1944 über sächsisches Territorium. Mit einem umfangreichen Datenanhang und vier thematischen Karten liefert das Buch neuestes Forschungsmaterial für die sächsische Heimat- und Landesgeschichte. Brenner, Hans / Heidrich, Wolfgang / Müller, KlausDieter / Wendler, Dietmar (Hrsg.) NS-Terror und Verfolgung in Sachsen. Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden 2018, 624 S

Von Leipzig über Waldheim nach Buchenwald vom Anarchosyndikalisten zum Kommunisten

Erinnerungnen von Richard Thiede (1906 - 1990) Herausgegeben von Gert Thiede Zu diesem Bericht Im Januar 1984, mit bereits 78 Jahren, hat mein Vater versucht, sein persönliches Leben schriftlich festzuhalten. Sein Ziel war es, die Erinnerungen einmal in einer Schrift zusammenzufassen und der Öffentlichkeit oder einem Museum zur Verfügung zu stellen. Dabei kam es ihm vor allem darauf an, die in Zeiten politischer Engstirnigkeit mancher Funktionäre, ihre abwertende und abweisende Einschätzung zum Wirken der Freien-Arbeiterunion-Deutschlands (FAUD) in der Betrachtung der Arbeiterbewegung richtig zu stellen. ....

"Tagebuch eines Kriegsgefangenen" von Jan Deremaux

"Tagebuch eines Kriegsgefangenen" von Jan Deremaux (Herausgeber: AKuBiZ e.V., Schössergasse 3, 01796 Pirna, www. akubiz.de) Das ursprüngliche Tagebuch aus den Niederlanden basiert auf Notizen auf losen Blättern. Während seines Aufenthaltes vom Februar bis April 1945 in Pirna hat Deremaux diese selbst zu einem Tagebuch zusammen getragen. Dem Tagebuch sind Texte vorangestellt die das Kriegsgefangenenwesen, die Kriegswirtschaft des Deutschen Reiches und das System der Zwangsarbeit sowie die spezifische Situation der niederländischen Kriegsgefangenen und die Geschichte der Burg Hohenstein beleuchten.(RB)