Die Zeit schreitet unbeirrbar fort, Erinnerungen verblassen zunehmend und Fakten laufen Gefahr unscharf zu werden oder sich in der Vielzahl logischer Auseinandersetzungen zu verfremden. Um so länger gesellschaftliche Ereignisse zurückliegen, um so größer die Gefahr, dass die Wahrheiten über sie schwinden und individuelle sowie partei- und machtpolitische Interpretationen an ihre Stelle treten. Es die Verantwortung der Älteren, der Zeitzeugen, Sorge dafür zu tragen, dass Erkenntnisse, Erfahrungen und letztendlich der unendliche und unermüdliche Kampf der Menschen für gesellschaftlichen Fortschritt der jüngeren Generation unverfälscht und leidenschaftlich vermittelt wird.
Eine ganz zentrale Rolle muss dabei die verbale, materielle und finanzielle sowie gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit den Ursachen von Faschismus, Völkermord und Genozid einnehmen. Die menschliche Existenz wird aber auch dadurch bedroht, wie es letztendlich gelingen kann und muss, den untrennbar mit Krieg verbundenen Faschismus erfolgreich zu bekämpfen. Zugleich steht und fällt der Erfolg mit der Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen und politischen Protagonisten, die den Boden für soziale Krisen und Kriege bereiten. Ausgerechnet im 80. Jahr der Befreiung vom deutschen Faschismus ist die Weiterführung der Gedenk- und Erinnerungsarbeit in Sachsen stark gefährdet. Nachrichten aus der Staatskanzlei im Zuge der Haushaltdiskussion lässt dies stark vermuten. Das vorgesehene Sparprogramm wird wohl Vereine und ehrenamtliche Arbeit im sozialen Bereich und auch die Förderung und Pflege von antifaschistischen Gedenkstätten sowie deren unerlässlichen Aufklärungsarbeit betreffen.
Alarmstufe rot besteht bei der Finanzierung des zweiten Teils des Projekts der Gedenkstätte KZ Sachsenburg, als eines der ersten Lager der Gewalt und des politischen Terrors der SA und SS in Deutschland. Nach Jahrzehnten währenden Kampfes um die Anerkennung sowie Förderung des Ortes, an dem das perfide System der Konzentrationslager perfektioniert und die faschistischen Menschenschinder ausgebildet wurden, soll das Projekt nunmehr finanziell stranguliert werden.
Lasst es nicht zu, denn wer an der falschen Stelle spart, wird die gesellschaftlichen Konsequenzen sicher bitter zu spüren bekommen.
Chatyn (Хатынь): Ein ganzes Dorf in der Weißrussischen SSR in der Minskaja Woblasz wurde von deutschen Faschistischen und deren Ukrainischen Kollaborateuren ausgelöscht.
Am frühen Morgen des 22. März 1943 beschossen auf der Kreuzung von Pleschtschenizy-Logojsk und Kossyri-Chatyn die Partisanen der Abteilung „Mstitjelj“ einen leichten Kraftwagen. Das war nichts besonderes, ein gewöhnlicher Zusammenstoß mit deutschen Truppen im Hinterland. Doch in diesem Wagen befand sich der Kommandeur einer der Kompanien des 118. Bataillons der Schutzpolizei, Hauptmann Hans Welke, ein Schützling Hitlers, Olympiasieger von 1936.
Die Partisanen zogen sich erfolgreich zurück. Doch dann rief die örtliche Polizei das eine Spezialeinheit, das Batallion des Sturmbannführers Oskar Dirlewanger zu Hilfe. Als die Deutschen aus Logojsk abfuhren, wurde von den ukrainischen Angehörigen eines Strafkommandos eine Gruppe örtlicher Waldarbeiter verhaftet und erschossen. Einfach so. Nur um irgendwie von sich reden zu machen. Und schon am 22. März fuhren die ukrainischen Angehörigen des Strafkommandos gegen Abend zum Dorf Chatyn. Einer von ihnen, derjenige, der auch die Ermordung der Zivilisten befehligte, war der Stabschef des 118. ukrainischen Polizeibataillons, der Nationalist Grigorij Wasjura
Die faschistischen Vernichtungskommandos trieben die wehrlosen Menschen in eine Scheune, sperrten sie ein und setzten die Scheune in Brand. Diejenigen, die versuchten, sich aus dem Feuer zu retten, wurden von den Nazis und ihren Helfershelfern erschossen. Dabei kamen 149 Dorfbewohner, einschließlich 75 Kinder unter 16 Jahren, ums Leben.
Nur einige wenige Zeugen dieses ungeheuerlichen und unmenschlichen Massakers konnten sich wie durch ein Wunder retten:
Vier Kinder – die beiden Jungen Anton Baranowskij und Wiktor Schelobkowitsch sowie zwei Mädchen – konnten sich aus der brennenden Scheune retten; die beiden Mädchen fielen einem späteren Massaker bei der Zerstörung des Dorfes Chwaraszjani zum Opfer. Drei weitere Kinder, die Geschwister Wolodja und Sonja Jaskewitsch und Sascha Schelobkowitsch, konnten sich rechtzeitig verstecken und blieben unentdeckt. Der damals 56-jährige Dorfschmied Josif Kaminskij überlebte das Feuer und entdeckte, nachdem die Täter den Ort verlassen hatten, seinen sterbenden Sohn Adam unter den Opfern."
Die brutale Ermordung von Zivilisten war eine Rache der Nazi-Verbrecher an Partisanen. Die Tragödie von Chatyn ist einer der vielen Beweise dafür, dass die Nazis und ihre Kollaborateure die gezielte Politik des Genozids gegenüber den Völkern der Sowjetunion betrieben.
Der 1969 an der Stelle der verbrannten Siedlung errichtete Gedenkkomplex wurde zu einem Symbol des Gedenkens an die Opfer dieses schrecklichen Massakers. Hier befindet sich der „Friedhof der Dörfer“ - 185 Urnen mit Erde aus Siedlungen, die zusammen mit ihren Bewohnern vernichtet wurden. Dieses Denkmal soll die Nachkommen daran erinnern, dass viele Hunderte von Dörfern während der Nazi-Besatzung das tragische Schicksal von Chatyn teilten. 1974 besuchte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Gedenkstätte von Chatyn.
In Deutschland wurde nie jemand für diesen Massenmord strafrechtlich belangt. Ende 1975 stellte die Staatsanwaltschaft Itzehoe, der der Bundesgerichtshof den Fall übergeben hatte, ein Ermittlungsverfahren dazu ein. Der Prozess gegen den Stabschef des 118. Polizeibataillons, den Ukrainer Hryhorij N. Wasjura, fand 1986 statt. Er nahm an mehrerer Strafoperationen teil, die das Leben vieler unschuldiger Menschen kostete. Im November/Dezember 1986 fand in Minsk ein Prozess gegen einen der Henker Grigori Wasjura, statt. 14 Bände des Falls Nr.104 widerspiegelten viele Tatsachen der blutigen Tätigkeit dieses faschistischen Verbrechers. Nach dem Urteil des Kriegsgerichtes des Belorussischen Militärbezirks wurde Wasjura für die Verbrechen schuldig erklärt und zum Tode verurteilt.
In der DDR war Chatyn Bestandteil des Geschichtsunterrichts, insbesondere die von den deutschen Soldaten selbst produzierten Filmaufnahmen des Einsatzes wurden als Beleg für die Grausamkeit des NS-Regimes genutzt.
Anläßlich des 80. Jahrestages der Ermordung von sieben Antifaschisten am 27. März 1945 am Hutholz legten über 50 Bürgerinnen und Bürger aus Neukirchen…
Die 2,5 Kilometer lange und bis zu 30 Meter tiefe Schlucht ist ein Nebental des einstigen Dneprzuflusses Potschajna.
Die herzlichsten Glückwünsche an alle Frauen und Mädchen sowie Dank und Anerkennung für ihren persönlichen Einsatz sowie Leistungen in allen Bereichen…
Vom 6. Februar bis zum 11. April 1945 flogen über 2.800 amerikanische und britische Bombenflugzeuge Angriffe auf Chemnitz und warfen über 7.700 Tonnen…
Im Jahr 1925 kam Justin Sonder in Chemnitz zur Welt. Schon als Kind erlebte er Antisemitismus in der Schule, ab 1938 muss er den Zusatznamen Israel…
Wie konnte es zu den millionenfachen, furchtbare Verbrechen kommen, die durch Deutsche, internationale Faschisten und Kollaborateure europaweit…
Tschechoslowakische Widerstandskämpfer verübten am 27. Mai 1942 ein erfolgreiches Attentat auf Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes. Die faschistischen Besatzer reagierten mit massiven Vergeltungsmaßnahmen.
Am Abend des 9. Juni 1942 umstellten deutsche Polizeikräfte den Ort. Alle 172 Männer, die älter als 15 Jahre waren, wurden am Morgen des 10. Juni erschossen, 195 Frauen wurden, nachdem sie in einer Turnhalle in Kladno von den Kindern getrennt worden waren, in das KZ Ravensbrück deportiert, wo 52 von ihnen ermordet wurden. Sechs Schwangere wurden nach Prag gebracht, nach der Entbindung von ihren Neugeborenen getrennt und ebenfalls ins KZ Ravensbrück deportiert. Lidice wurde in Brand gesteckt, gesprengt und dann eingeebnet.
Nach der Trennung von ihren Müttern wurden die Kinder in ein Lager nach Litzmannstadt verbracht. 82 Kinder wurden vergast sowie sieben zwecks Germanisierung in ein Lebensborn-Heim gesteckt.
Zur Erinnerung und Mahnung wurde eine Bronzegruppe mit den Abbildern der 82 Kinder von der Bildhauerin Marie Uchytilová geschaffen.
Für den Erhalt und einer notwendigen Restaurierung des Denkmals werden Spenden eingeworben.
Post aus Lidice(Auszug):
Wir freuen uns stets über Unterstützung und sind sehr dankbar, wenn Sie unser Vorhaben, das Kinderdenkmal zu restaurieren finanziell unterstützen. Wir haben auch einen Bankaccount bei der Česká národní banka, wo Gelder auch in Euro überwiesen werden können:
Pamatnik Lidice
IBAN: CZ96 0710 0000 0000 0133 4141
BIC: CNBACZPP
Kinderdenkmal
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Mit herzlichen Grüßen
Eduard Stehlík
PhDr. Eduard Stehlík, Ph.D., MBA
Direktor
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Erinnerungnen von Richard Thiede (1906 - 1990) Herausgegeben von Gert Thiede Zu diesem Bericht Im Januar 1984, mit bereits 78 Jahren, hat mein Vater versucht, sein persönliches Leben schriftlich festzuhalten. Sein Ziel war es, die Erinnerungen einmal in einer Schrift zusammenzufassen und der Öffentlichkeit oder einem Museum zur Verfügung zu stellen. Dabei kam es ihm vor allem darauf an, die in Zeiten politischer Engstirnigkeit mancher Funktionäre, ihre abwertende und abweisende Einschätzung zum Wirken der Freien-Arbeiterunion-Deutschlands (FAUD) in der Betrachtung der Arbeiterbewegung richtig zu stellen. ....
"Tagebuch eines Kriegsgefangenen" von Jan Deremaux (Herausgeber: AKuBiZ e.V., Schössergasse 3, 01796 Pirna, www. akubiz.de) Das ursprüngliche Tagebuch aus den Niederlanden basiert auf Notizen auf losen Blättern. Während seines Aufenthaltes vom Februar bis April 1945 in Pirna hat Deremaux diese selbst zu einem Tagebuch zusammen getragen. Dem Tagebuch sind Texte vorangestellt die das Kriegsgefangenenwesen, die Kriegswirtschaft des Deutschen Reiches und das System der Zwangsarbeit sowie die spezifische Situation der niederländischen Kriegsgefangenen und die Geschichte der Burg Hohenstein beleuchten.(RB)