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Am Anfang stand die Ausstellung "Geschichtsbaustelle" (siehe Fotos unten). Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und kann vor allem unter freiem Himmel gezeigt werden. Schulen, Vereine, Kultur- und öffentliche Einrichtungen leihen diese Ausstellung, um vor allem Jugendlichen den Zusammenhang zwischen dem Aufkommen des deutschen Faschismus und dem Zerstören unserer Städte zu verdeutlichen - ein Anliegen, das gerade in heutiger Zeit, in der neue und alte Faschisten ihre Fahnen schwenken sehr wichtig ist...









Mit unserem Projekt begaben wir uns auf die Spur dieser zwölf dunklen Jahre.
Es war uns wichtig diesen Zusammenhang von Ursache und Wirkung, den Lauf der Geschichte in ihrer Komplexität zu erfassen und zu vermitteln eben anhand von Alltagsgeschichten. Die “Geschichtsbaustelle-Chemnitz“ war der erste Schritt dazu, eine Ausstellung, die auf Ereignisse im März 1933 hinweist und in Chemnitz zu sehen war.
Wir kamen mit vielen Chemnitzerinnen und Chemnitzern sowie Gästen unserer Stadt ins Gespräch. Sie zeigten Interesse und begrüßten das Vorhaben. Doch nur wenige konnten oder wollten sich mit eigenen Geschichten beteiligen. Mancher wollte anonym bleiben. Denen die bereit waren, uns von ihrem Leben zu erzählen oder die Erlebnisse aus der Familie mitteilten, sind wir zu großem Dank verpflichtet. Wir haben gespürt, dass die Ge schichte oftmals noch nicht vorüber ist und sie bis heute nicht loslässt. Leider ist es uns am Ende nicht in dem Umfang gelungen, Geschichten zusammenzutragen, wie wir uns das bei der Vorarbeit und Entwicklung des Projektes erhofft hatten. Die Gründe dafür sind verschieden, doch eine Frage beschäftigte uns immer wieder: Fragen wir zu spät? Denn so groß das Interesse an der Ausstellung und wie intensiv die Gespräche mit Passanten und Besuchern auch waren, selbst hatten die meisten die Jahre nicht mehr erlebt, wurde in den Familien nicht darüber gesprochen oder sie stammten nicht aus unserer unmittelbaren Heimat. So blieben also Archive in der Stadt und von Vereinen, mit deren Material das ein oder andere ergänzt werden konnte. Unsere Broschüre dokumentiert nun den Stand unserer Arbeit und die wesentlichen Ergebnisse unseres Projekts.
Wir würden uns freuen, wenn Schulen, Vereine, interessierte Bürger darauf zurückgreifen, das Lesen Anlass wäre, nochmals darüber ins Gespräch zu kommen, vielleicht unsere Ausstellung zu entleihen, uns einzuladen. Aber wir sind noch nicht am Ende. In den letzten Wochen dieses Jahres findet das Projekt einen vorläufigen Abschluss mit der weiteren Einrichtung unserer Präsentation im Internet (www.geschichtsbaustelle-chemnitz.de). Damit verbunden ist nicht nur die Hoffnung, über die vorliegende Publikation hinaus Leserschaft zu gewinnen, sondern eben auch weitere Geschichten, Begebenheiten und Erinnerungen zusammentragen zu können. Vielleicht sind wir ja mit unseren Fragen doch nicht zu spät.
Enrico Hilbert Klinke e. V.
Wir können und möchten diese Aufgabe nicht allein lösen. Wir bitten Sie um ihre Hilfe und rufen zur Teilnahme am Projekt auf! Der Tag der Zerstörung unserer Stadt wird heute von rechten Kräften verklärt und für ihre aktuelle Politik missbraucht. Gemeinsam mit vielen Chemnitzerinnen und Chemnitzern haben wir uns in den letzten Jahren dem widersetzt. Dabei haben wir gespürt, dass es einen Bedarf gibt, über die traumatischen Erlebnisse während der Tage der Bombardierungen und zu Kriegsende zu sprechen. Darüber hinaus kamen Erinnerungen ans Tageslicht, die zurückreichen in die Jahre vor 1945 und die Menschen bis heute beschäftigen und nicht loslassen. Es sind eigene Erinnerung oder die der Eltern und Großeltern, die in den Familien und Freundeskreisen immer wieder erzählt wurden. Wir möchten, dass diese nicht verloren gehen und für das historische Gedächtnis unserer Stadt, zukünftiger Generationen erhalten bleiben. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Kontext die Erinnerungen stammen, ob es sich um große oder kleine Ereignisse handelt, ob Begegnung mit Zwangsarbeitern oder Beobachtungen im Zusammenhang mit den Kriegsereignissen. Alle authentischen Erinnerungen vom März 1933 bis zum März 1945 sind wichtig! Wir möchten Sie bitten; helfen Sie uns Licht in das Dunkel der Geschichte zu bringen! Ob mündlich oder schriftlich, begleitet von Dokumenten und Fotos oder eben als Zeuge jener Jahre. Wir freuen uns auf diese spannende Zusammenarbeit mit Ihnen, Chemnitzerinnen und Chemnitzer! Melden Sie sich bei uns!
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Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:
Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945
Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.
Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/

