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Otto Schmerbach wurde am 5. Januar 1904 in Eschwege geboren und am 21. April 1945 von den Faschisten erschossen.
Das Lernen fiel im leicht und mit Liebe und Fleiß erlernte er Russisch, Englisch und Französisch. Als junges Mitglied der KPD vervollständigte er seine Sprachkenntnisse und wurde Journalist.
1930 kam er nach Olbernhau, um für die "Rote Welle", die Ortszeitung der KPD für Olbernhau und Umgebung zu arbeiten. Gleichzeitig hatte er die Funktion des Bezirksleiters seiner Partei für das Osterzgebirge inne. Unter seinen Genossinnen und Genossen hatte er ein hohes Ansehen.
Die Faschisten nahmen in 1933 sofort in Haft und brachten ihn ins KZ Sachsenburg.
Nach Kriegsbeginn wurde er sehr oft als Dolmetscher für die Kriegsgefangenenlager eingesetzt, so z. Bsp. im Jahre 1940 im Lager Hartmannsdorf. Später verboten ihm die Faschisten das Betreten der Lager, denn er hatte zu "gute Beziehungen" aufgenommen und gepflegt.
Das wahre Kämpferherz Otto Schmerbachs wurde jedoch noch ersichtlicher in den Apriltagen 1945.
Das nahe Kriegsende zeichnete sich ab. Vom Osten her kamen die sowjetischen Truppen auf Chemnitz zu, während die amerikanischen Einheiten ihren Vormarsch stoppten und entlang der Linie Wüstenbrand-Autobahn-Röhrsdorf liegenblieben.
Den weiteren Beschuss der Stadt und vor allem die damit verbundenen menschlichen Verlust wollte Otto Schmerbach verhindern. Im Auftrag seiner Partei und der Einwohner von Siegmar-Schönau nahm er deshalb Verbindung zu den amerikanischen Truppen auf, um die Feuereinstellung zu erreichen und führte in Wüstenbrand die Übergabeverhandlungen.
Während sich der NS-Oberbürgermeister von Chemnitz aus Angst vor den Alliierten betrank, hisste Schmerbach weiße Fahnen.
Die Panzer der US-Armee zogen sich aber aus der Stadt zurück. Dies nutzten die Faschisten aus - die wieder in Siegmar eindrangen und verhafteten Otto Schmerbach. Dieser leistete Widerstand und wurde durch einen Schuss in den Oberarm verwundet. Von SS- und Wehrwolf-Einheiten wurde er am 21. April 1945 im Chemnitzer Zeisigwald erschossen.
Im zu Ehren wurde eine Straße benannt. Hier befand sich bis zu Beginn der 90-ziger Jahre der VEB Großdrehmaschinenbau "8. Mai" Karl-Marx-Stadt. Heute zum größten Teil ungenutzte Immobilie - Reststandort Niles-Simmens
Quellen/Literatur
Gedenkstätten, Arbeiterbewegung - Antifaschistischer Widerstand - Aufbau des Soziaismus, Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, 1974
Broschüre "Aus der Vergangenheit lernen, die Gegenwart meistern, die Zukunft gestalten", Rat der Stadt Karl-Marx-Stadt, Abt. Kultur
Broschüre "Gegen das Vergessen", VVN-BdA Stadtverband Chemnitz

