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Georg Landgraf wurde am 27. September 1885 in Chemnitz geboren und absolvierte die Handelsschule sowie eine kaufmännische Lehre. 1903 wurde er Mitglied im Zentralverband der Handlungsgehilfen und 1905 Mitglied der SPD. Als Gewerkschaftsmitglied setzte er sich aktiv für die Belange der Drucker ein.
Er war Mitbegründer der Wohnungsgenossenschaftsbewegung in Chemnitz sowie Stadtverordneter und leitete die Fraktion seiner Partei von 1924 - 1929 und war ab 1926 Stadtverordnetenvorsteher. Gleichzeitig fungierte er als Schöffe.
Außerdem wurde er durch das Vertrauen seiner Genossen zum Bezirksvorsitzenden der SPD gewählt.
Georg Landgrafs Name ist untrennbar mit der Geschichte der Chemnitzer "Volksstimme" verbunden, dem Organ der SPD in Chemnitz. Dort war Genosse Landgraf als Geschäftsführer tätig.
Auf der Grundlage der Reichstagsbrandverordnung wurde die Chemnitzer "Volksstimme" am 2. März 1933 verboten. In der Folgezeit zogen mehrmals randalierende SA-Horden zum Druckereigebäude der "Volksstimme" und demolierten die Fensterscheiben. Der braune Mob hatte es auf das Arbeitereigentum abgesehen der Zeitung abgesehen und die von Faschisten durchsetzte Polizei sah den Ausschreitungen tatenlos zu.
Am 9. März 1933 zogen wiederum SA-Schläger unter Leitung des SA-Sturmführers Schuld zur Dresdner Straße. Beim Eindringen in das Gebäude stellte sich ihnen Georg Landgraf mutig entgegen. Er wurde durch zwei Pistolenschüsse ermordet und er war eines der ersten Opfer des braunen Terrors in Chemnitz.
In ehrendem Gedenken wurde in der DDR eine Straße auf dem Kaßberg in Georg-Landgraf-Straße umbenannt.
Die Pionierfreundschaft der Josephinen-Oberschule trug seinen Namen.
Am 24. Oktober 1997 wurden die Gebäude Dresdner Straße 38, 38a und b und 40 als "Sonnenberg-Terassen" eingeweiht. Seitdem trägt das ehemalige Druckhaus den Namen "Georg-Landgraf-Haus"; hier befindet sich auch das "Georg-Landgraf-Forum".
Es wurde 2013 ein "Stolperstein" für Georg Landgraf vor dem "Georg-Landgraf-Forum" verlegt.
(Quellen/Literatur:
Broschüre "Aus der Vergangenheit lernen, die Gegenwart meistern, die Zukunft gestalten", Rat der Stadt Karl-Marx-Stadt, Abt. Kultur;
Broschüre "Gegen das Vergessen", VVN-BdA - Stadtverband Chemnitz;
Erinnerungen seines Enkels Michael Landgraf(Raimon Brete; Erweiterte Oberschule "Karl Marx")

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:
Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945
Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.
Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/

