

Friedrich Dickel wurde am 9. Dezember 1913 in Vohwinkel/Wuppertal geboren. Als Sohn eines Maurers wurde er nach dem Besuch der Volksschule zum Gießer und Former ausgebildet und war anschließend arbeitslos. Er war seit 1928 im Kommunistischen Jugendverband Deutschland(KJVD) aktiv und trat 1931 der KPD, 1932 der Roten Hilfe und dem Roten Frontkämpferbund(RFB) bei.
Ab 1933 arbeitete er illegal in Deutschland, wurde zweimal verhaftet und emigrierte nach einer dreimonatigen Gefängnishaft nach Frankreich und war bis 1936 in den Niederlanden aktiv. Anschließend nahm er im Spanischen Bürgerkrieg als Kompanieführer im Thälmann-Bataillon der XI. Internationalen Brigade gegen den Faschisten Franco teil. 1937 wurde er zu einer Spezialausbildung nach Moskau kommandiert, studierte Hochfrequenztechnik, und war danach als Aufklärer für die Sowjetunion in Finnland und Shanghai tätig. 1943 wurde er verhaftet und durch ein japanisches Militärgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Im Mai 1946 kehrte er nach Moskau zurück und von dort im Dezember 1946 nach Berlin. Er wurde Mitglied der SED, trat im Mai 1947 in die Deutsche Volkspolizie(DVP) ein. Er belegte eine Knurs an der Höheren Polizeischule in Kochstedt. Am 1. Oktober 1952 wurde er zum Generalmajor der KVP ernannt. Von 1953 bis 1955 war er zunächst Stellvertreter des Chefs der Politischen Verwaltung für organisatorische Fragen, dann bis 1956 Chef der Politischen Verwaltung der KVP.
Mit Gründung der Nationalen Volksarmee 1956 wurde er Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef der Politischen Hauptverhandlung. 1956/57 war er 1. Stellvertreter des Ministers. 1957 bis 1959 war er Kursant der sowjetischen Generalstabsakademie in Moskau und danach bis 1963 erneut Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung, diesmal für Technik und Bewaffnung. 1959 wurde er ständiger Vertreter der DDR im Stab der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.
Friedrich Dickel war vom 15. November 1963 bis zum 17. November 1989 Minister des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei. Er war von 1967 bis 1989 Mitglied des Zentralkomitees der SED und bis März 1990 Abgeordneter der Volkskammer der DDR.
Er verstab am 22. Oktober 1993 in Berlin.
Ehrungen
Quellen/Literatur:

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:
Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945
Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.
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