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Unvergessen - Georg Garreis

Georg Garreis wurde am 28. August 1877 in Waldsassen, Bezirksamt Tirschenreuth, geboren. Er verlor sein Leben am 2. September 1921 und wohnte zuletzt in Chemnitz, Schillerstraße 9.

Zahllose Kriegervereine versuchten 1920 zum 50. Jahrestag der Schlacht bei Sedan, die Traditionsfeiern wiederzubeleben. Dies, obwohl das Innenministerium der Weimarer Republik am 27. August 1919 erklärte, dass es keine Feiern mehr gebe, da diese nicht mehr den: Zeitverhältnissen entsprächen.

Den nationalistischen Feiern stellten sich sozialdemokratische und kommunistische Arbeiter massiv entgegen. So kam es 1920 in Bergedorf und 1921 in Bremen und Chemnitz zu handfesten Protesten. In Chemnitz drang eine Gruppe von Arbeitern in das Realgymnasium(später Berufsschulzentrum) an der Schloßsstraße, wo eine Sedanfeier stattfinden sollte, ein und löste diese auf. Als die Arbeiter die Anwesenden nach Waffen durchsuchten, wurde der Kommunist Georg Garreis, tödlich verwundet.

Die damaligen Untersuchungsorgane wollten den Täter gar nicht ermitteln. Der Student der Akademie und spätere Mörder von Walter Rathenau, H, Fischer, der diese Versammlung einberufen und geleitet hatte, erklärte in diesem Zusammenhang bei der Vernehmung: "Hätte ich eine Schußwaffe bei mir gehabt, so hätte ich von der Waffe Gebrauch gemacht". Dieser Reaktionär und seine Speßgesellen blieben ungeschoren. Die bürgerliche Klassenjustiz sprach die gesamte Gruppe frei. 

Die Beisetzung Georg Garreis gestaltete sich zu einer gewaltigen Demonstration von zehntausenden Bürgerinnen und Bügern. Dabei forderten die Arbeiter eine Aktionseinheit der Arbeiterklasse und für weitere Rechte und Freiheiten.

Ehrungen:

Gedenkstein(nicht mehr vorhanden)/Gedenkpostkarte (um 1923) für Georg Garreis

Berufsschule "Georg Garreis", Karl-Marx-Stadt, Schloßstraße 3

Gedenktafel im Eingang der Berufsschule, heute BSZ für Technik II wurde mit unbekanntem Datum nach 1990 entfernt

Die Georg-Garreis-Straße wurde nach 1990 in Hauboldstraße umbenannnt

 

Quellen/Literatur

Gedenkstätten Arbeiterbewegung, Antifaschistischer Widerstand, Aufbau des Sozialismus, Leipzig 1074

Rat der Stadt Karl-Marx-Stadt, Abt. Kultur: Broschüre "Aus der Vergangenheit lernen, die Gegenwart meistern, die Zukunft gestalten" Stadtleitung Karl-Marx-Stadt der SED 1885

Gedenkstätten, Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin, Dezember 1973

Der Sedantag in der Weimarer Republik und der Widerstand aus der Arbeiterbewegung gegen die Sedanfeiern, René Senenko

Stadt Chemnitz, Stadtarchiv

 

Orte des Gedenkens

Buchankündigung: Wie Lämmer zur Schlachtbank?

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:

Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945

Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.

Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/