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Nach dem Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 leiten Gestapo und Justiz eine reichsweite Verfolgungsaktion gegen (potentielle) politische Gegner des NS-Regimes ein.
Seit Ende 1944 befinden sich die Widerstandskämpfer Max Brand, Albert Hähnel, Abert Junghans, Walter Klippel, Kurt Krusche, Alfons Pech und Willy Reinl in Untersuchungs-
haft auf dem Kaßberg. In der Bombennacht des 5./6. März 1945 gelingt ihnen die Flucht aus der durch eine Luftmine beschädigten Haftanstalt. Ihre Freiheit währt
jedoch nicht lange. Eine großangelegte Suchaktion von Gestapo und SS führt rasch zu ihrer Ergreifung. Kurz vor Kriegsende, am 27. März 1945, werden die Sieben im
Hutholz, einem Waldstück am Stadtrand von Chemnitz, als “rückfällige” politische Gefangene von Gestapo-Beamten ermordet.
Archiv VVN BdA Chemnitz






Am Samstag, 31. Januar, 19 Uhr gibt es dann die erste Abendveranstaltung: Die USA-Expertin Rieke Havertz, Redakteurin von „Die Zeit“ und Zeit online, ist mit ihrem Buch [...]
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Das Gefängnis auf dem Kaßberg war für viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer, die sich der Gewaltherrschaft des deutschen Faschismus entgegenstellen, oft der erste Ort eines langen Leidensweges. Mit ihnen waren festgenomene Antinazis aus der Umgebung unserer Heimatstadt, dem Erzgebirge und dem Vogtland inhaftiert. Verfolgte der Rassenideologie der Nazis waren an diesem Ort eingepfercht, ebenso wie Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Nicht wenige wurden später emordet, der Kaßberg war kein “Tor zur Freiheit”.
Unser Mitglied Dietmar Wendler hat sich in den letzten Jahrzehnten aufopferungsvoll um die Erinnerung an die Verfolgten der NS-Zeit verdient gemacht. Seine Zusammenfassung zum Gefängnis auf dem Kaßberg sollte seine leitzte Arbeit sein, die er nicht mehr korrigieren oder fertigstellen konnte. Auch ihm zum Angedenken soll sie trotzdem in die Öffentlichkeit gelangen. Die Eröffnung der Lern- und Gedenkortes ist der geeignete Anlass. Erstmals seit den frühen 1990er Jahren gibt es nun in unserer Stadt wieder einen Ort, der auch an das dunkeltste Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Eine erste Variante des Textes ist in der Broschüre über den Widerstandskämpfer Ernst Enge - “Der Winnetou von Gablenz” abgedruckt. In dieser Arbeit der Tochter des ermordeten Chemnitzers Marga Simon wird ausführlich über Widerstand und Verfolgung in unserer Heimat Auskunft gegeben.
Marga Simon war selbst im Gefängnis auf der Hartmann-Straße inhaftiert, nachdem sie ihren Vater in der Illegalität unterstützt hatte.
Gern nehmen wir Ihre Kritiken und Hinweise entgegen und würden uns über einen Austausch mit den Lesern freuen.
Enrico Hilbert
Vorsitzender des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes, ihrer Hinterbliebenen und Freunde in Chemnitz
Auszug aus der Broschüre: Nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und das Kaßberg-Gefängnis

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:
Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945
Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.
Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/

