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Am Abend des20.Januars 1945 erreichte die Marschkolonne das Auschwitz-Nebenlager Gleiwitz II. Weitere Häftlingskolonnen, insbesondere aus Monowitz, trafen ein. Ein großer Eisenbahntransport wurde zusammengestellt, die Häftlinge in offene Kohlenwaggons gepfercht, Körper an Körper, ohne dass sich jemand setzen, hocken oder gar 
legen konnte. Vermutlich lag dem Zielort des Transportes ein verhängnisvoller Hörfehler zugrunde, statt KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen verstand man wahrscheinlich bei der telefonischen Befehlsübermittlung den Namen KZ Mauthausen. So führte die Fahrtroute von Gleiwitz (Gliwice) über Mährisch-Ostrau (Ostrava), Zlín (Gottwaldov), Lundenberg (Breclav) und Wien nach Mauthausen bei Linz.

Das KZ Mauthausen lehnte jedoch die Aufnahme der Häftlinge ab. Die Todesfahrt wurde fortgesetzt. Über Regensburg, Nürnberg, Plauen, Chemnitz, Leipzig und Weimar erreichte der Zug schließlich am 4. Februar 1945 Nordhausen. Es muss ein Inferno gewesen sein. Die Wirkung des strengen Frostes um -20 º C wurde durch den Fahrtwind noch verstärkt. Die Notdurft konnte nur durch die Kleidung verrichtet werden. Hunger und Durst taten ein Übriges

Es gab weder Verpflegung noch Trinkwasser. Die Toten wurden während der Fahrt kurzerhand hinausgeworfen, oder man schlichtete hartgefrorene Leichen entlang der Waggonwand auf, um sie so als Sitzbänke benutzen zu können. Die Bilanz auf sächsischem Gebiet: 43 Todesopfer sind nachgewiesen. Im KZ Mittelbau-Dora kamen noch 1849 Häftlinge, darunter 464 Tote, an. „Wenn wir die Toten anfassten, so blieben uns öfter Arme, Beine oder Köpfe in den Händen, da die Leichen gefroren waren“, berichtete ein Überlebender.

Die meisten Häftlinge wurden bis Lübeck getrieben und fanden bei der Bombardierung der Cap Arcona in der Lübecker Bucht am 3. Mai 1945 den Tod.