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Im Mai 1933 errichtenten die Nationalsozialisten auf dem Gelände der leerstehenden Spinnerei Sachsenburg ein Konzentrationslager. Offiziell wurde dieses Lager zunächst als Arbeitsdienstlager und ab August 1933 als Schutzhaftlager bezeichnet. Von Ende 1934 an war es der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) unter der Ägide der SSS zugeordnet und wurde erst im Juli 1937 aufgelöst. Das Lager war somit innerhalb Sachsens das am längsten bestehende KZ. Während dieses Zeitraums wurden dort nach aktuellem Forschungsstand ungefähr 10.000 ausschließlich männliche Gefangene inhaftiert, zunächst vorrangig aus Sachsen, später auch aus dem übrigen Reichsgebiet. Die meisten Insassen des Lagers waren politische Häftlinge: Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter. Man findet unter den Inhaftierten aber auch Juden, Geistliche beider Konfessionen, Zeugen Jehovas sowie “Berufsverbrecher”, “Asoziale” und Homosexuelle. 

Seit seiner Gründung und aufgrund seiner Größe und aufgrund seiner Größe nahm das KZ Sachsenburg eine zentrale Position im Netzwerk der politischen Haftorte in Sachsen ein. Darüber hinaus spielte es eine besondere Rolle im nationalsozialistischen Repressionssystem: Hier bildete die SS einen großen Teil ihrer Wachtruppen aus. Nach der Auflösung des KZ Sachsenburg wurden nicht nur die Häftlinge, sondern auch die Ausrüstung und Wachmannschaften in die neu errichteten großen Konzentrationslager Sachsenhausen und Buchenwald verlegt. 

Geschichte der Gedenkstätte

Die ersten Versuche, das Gelände der Spinnerei Sachsenburg als einen Ort der Erinnerung an das ehemalige NS-Konzentrationslager zu kennzeichnen, wurden bereits in der DDR-Zeit unternommen. In den Gebäuden, die als VEB Zwirnerei Sachsenburg wieder ihrer ursprünglichen Funktion dienten, wurde 1974 ein kleiner Gedenkraum eingerichtet. Als die Spinnerei ihre Produktion 1990 einstellte, wurde jedoch auch dieser Gedenkort geschlossen. 

Seit dem bemühten sich verschiedene gesellschaftliche Initiativen und seit Anfang der 2000-er Jahre auch die Stadt Frankenberg, eine Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ einzurichten. Die Gedenkstätte soll an das Konzentrationslager Sachsenburg am historischen Ort erinnern, seine Opfer gedenken, Zeugnisse seiner Geschichte bewahren, diese erforschen und vermitteln. 

Kommunikations- und Dokumentationszentrum

In den Jahre 1918 bis 2020 entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten der Stadt Frankenberg und gesellschaftlichen Initiativen vor Ort der “Pfad der Erinnerung”, der auf Tafeln im Gelände über die Geschichte des KZ informiert. Darüber hinaus eröffnete die Stadt in 2020 mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung und des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus in einem nahegelegenen Gebäude ein Kommunikations- und Dokumentationszentrum. 

Das Zentrum ist als eine Interimsgedenkstätte und Anlaufstelle konzipiert, die die Öffentlichkeit über den Fortgang des Gedenkstättenprojektes informiert. Das Zentrum bietet Räume für temporäre Ausstellungen sowie für Seminare und Vorträge. Insbesondere startete 2020 eine Vortragsreihe zur Geschichte der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in  der Region Chemnitz. Das Zentrum beherbergte auch ein in Entstehung befindliches Archiv mit Kopien von Dokumenten zur Geschichte der Konzentrationslager in Sachsen sowie eine thematische Präsenzbibliothek. In Zusammarbeit mit Partnern bietet das Zentrum weiterhin ein vielfältiges pädagogisches Angebot. 

Die Lagerarbeitsgemeinschaft Sachsenburg stellt sich vor

Anschrift: Bahnhofstraße 1
  09669 Frankenberg/Sa.
Telefon: 037206 - 891754
  Erreichbarkeit: Mittwoch von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr
E-Mail: lag-sachsenburg@t-online.de
Geschäftsführer:  
Ziele:

Aufarbeitung der Geschichte des ehemaligen KZ von 1933-1937 und von 1937-1945.

Rundgänge und Vorträge über das KZ, Unterstützung des Geschichtsunterrichts in den Schulen, Archivarbeit und Forschung

 

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